.Dr. Motte: Riesenkranz vergolden
FR 03. SEPTEMBER 2010

Die Riesenkranz-Aktion der Gruppe Tacheles ist ein kleiner Erfolg: B.Z. und ddp (übrigens nicht mehr bei Springer) berichten über die Stadtplanung von unten (siehe Pressearchiv) – und auf Facebook entsteht mit über 90 Kommentaren gerade ein ausufernder Thread zum Berliner Riesenkranz. Geil, dass endlich wieder über Kunst, Freiheit und reclaiming the streets geredet wird statt über Hunger, Musealisierung, Urin und internen Streit!

Meinungen auf Facebook gehen von einem „da wird doch gekifft“ über „Zukunft braucht große Visionen“ bis hin zu „der Kranz ist häßlich, uninspiriert und dumm, wir brauchen eine Volxküche“ – sinngemäß. Der gute – vs – der böse Kranz.

Gleichzeitig wird intensiv über das Tacheles selbst diskutiert. Ben de Biel (früher Tacheles, heute Club Maria) schlägt generell vor: Alte Leute raus, neue rein. Der ehemalige Tacheles-Kinobetreiber, Karsten Goerlitz, stimmt zu und begleicht nebenbei alte Rechnungen. Friends of Tacheles e.V. giften.

Alex Boese beschwört hingegen konkrete Utopien. Conny Boese (Gruppe Tacheles) übt Selbstkritik: 1. Zu wenig Frauen in leitenden Funktionen, 2. Tacheles ist in den Neunzigern hängen geblieben, 3. Es fehlen Visionen. tacheles.info meint: Aufeinander zugehen, Kunsthaus erneuern.

Dr. Motte: Kranz vergolden.

Hier der Thread: http://www.facebook.com/home.php?#!/photo.php?pid=35578&id=100001551160755&ref=notif&notif_t=photo_comment

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.Über dem Tacheles soll gewaltiger Berliner Riesenkranz entstehen
MI 01. SEPTEMBER 2010

Die Künstler der Gruppe Tacheles planen die Errichtung eines gewaltigen Riesenkranzes aus Kriegsschrott und nachgebauten Teilen der Berliner Mauer über dem Areal, auf dem sich das Kunsthaus Tacheles befindet. Durchmesser: 130 Meter, Gewicht: über 2000 Tonnen. In einer Höhe von 22 Metern auf den Dächern umliegender Häuser und auf Stahlträgern aufgebahrt, soll der der Berliner Riesenkranz an die Utopie herrschaftsfreier Räume erinnern und ein Terrain für freie Kunst abstecken. Auch Bäume, Gras und Blumen sollen auf dem Kranz wachsen.

Die Gruppe Tacheles rechnet sich dank eines Rechtsgutachtens der Kanzlei SKW Schwarz, das schwerwiegende Fehler beim Verkauf des Areals an die Fundus Gruppe 1998 belegt, Chancen aus, den gesamten Verkaufsvorgang für nichtig erklären lassen zu können und lässt dies zurzeit durch Eingaben beim Bundesrechnungshof, der Senatsverwaltung für Finanzen und den Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses prüfen. Das gesamte 23600qm große Innenstadtareal fiele im Erfolgsfall an den Bund zurück und könnte, weit über das Kunsthaus selbst hinaus, ein Ort freier Kunst werden.

Zur Ausführung des Berliner Riesenkranzes hat sich die Gruppe Tacheles u.a. an den Architekten Daniel Libeskind gewandt, plant aber auch einen Wettbewerb. Finanziert werden soll das Projekt durch Spenden. An die HSH Nordbank, die als Hauptgläubiger der insolventen Fundus Firma derzeit auf dem Gelände die Räumung betreibt und den Tacheles e.V. durch überraschende Mietforderungen 2009 in die Insolvenz getrieben hat, sei man auch herangetreten. Eine symbolische Grundsteinlegung soll am 3. Oktober stattfinden.

Zur Gruppe Tacheles haben sich etwa die Hälfte der Künstler, Gruppen und die Gewerbetreibenden im Kunsthaus Tacheles zusammengeschlossen.

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.Tacheles e.V. distanziert sich MI 01. SEPTEMBER 2010

Der Tacheles e.V. distanziert sich in einer Stellungnahme erneut von den Geschäftspraktiken der Gruppe Tacheles und hebt hervor, dass die eigenen Aktivitäten nicht auf Profit ausgerichtet seien, fordert jedoch im gleichen Atemzug 418000€ Mieten von Mitgliedern der Gruppe. Dabei sind die Mietklagen des von der derzeitigen Zwangsverwaltung Titz und Tötter in die Insolvenz getriebenen e.V. von den Gerichten auf Eis gelegt worden, weil zuerst entschieden werden muss, ob der Vorstand, der die Klagen betreibt, rechtmäßig im Amt ist.

Zudem kritisiert der e.V., dass Eintrittsgelder für die Freifläche und Veranstaltungen verlangt werden. Dabei kosten Veranstaltungen des e.V. – verständlicherweise – ebenfalls Eintritt – und die im Haus arbeitenden Künstler sind großteils selbst Kunstgewerbetreibende. Zudem führte der Verein 1998 selbst die damals sogenannte „Kunstmark“ für die Freifläche ein. Zur Begründung hieß es damals wie heute, dass einerseits Kulturveranstaltungen finanziert werden müssen, andererseits Drogenhandel, Gewalt und Alkoholtourismus verhindert werden sollen.

Auf Facebook wird der Gruppe Tacheles zudem seitens des Vereins vorgehalten, mit Investoren und mit dem Axel Springer Verlag zusammenzuarbeiten. Richtig ist lediglich, dass die Gruppe Tacheles den Kauf des Geländes und den Erhalt für alle auf dem Gelände arbeitenden Künstler und Nutzer anstrebt und die frühere Springer-Nachrichtenagentur ddp, von der sich Springer im Streit getrennt hat, eine Meldung zum „Berliner Riesenkranz“ veröffentlicht hat (siehe Pressearchiv). Auch die B.Z. berichtete in einem kleinen Artikel – ähnlich wie bereits kürzlich über die Hungerstreik-Aktion des Tacheles e.V.

Die Gruppe Tacheles erneuert Kooperationsangebote an den tacheles e.V. „Wir sind in vielen Fragen einer Meinung. In unseren Gesprächen kann alles auf den Tisch kommen. Wir verhandeln bedingungslos“ erklärte Katrin Maßmann, Sprecherin der Gruppe.

e.V.-Erklärung im Original:


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.In Berlin FR 27. AUGUST 2010

music von daniel colletti und die electrischen fledermäuse
animationsfilm txus parras, exil-art and dj subnoise

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.Tacheles 3.0: Das ist unser Haus – Zukunftsfestival rockt Berlin
MI 25. AUGUST 2010

Free Download mp3: Tacheles Song von A.M.T, DGF & Dry Mention.

An einem wunderschönen Spätsommerwochenende am 20./21. August haben sie alles gegeben: 150 Künstler aus aller Welt rockten tausende von Kunsthaus-Supportern bis tief in die Nacht. Und alle schrieen es laut: “Das ist unser Haus!” Es war überwältigend! Die Tacheles-Crew dankt allen, die zwei Tage Sommerliebe möglich gemacht haben!!!

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.Diskussionspapier Tacheles 3.0
MI 25. AUGUST 2010

.tachelesinfo dokumentiert einen Beitrag der Gruppe Tacheles zur zukünftigen Gestalt des Kunsthauses.

Tacheles 3.0 – Diskussionspapier der Gruppe Tacheles

I.       Idee

Die Grundlage für die Zukunft des Tacheles ist in zwanzig Jahren Geschichte des Kunsthauses als Ort internationaler Sub-, Pop- und Untergrundkultur gelegt worden und verdichtet sich zu einem Grundsatz: Das Tacheles ist ein offenes Haus.

Das beinhaltet:

1.     Offene Türen:  Gebäude und Gelände des Kunsthauses Tacheles sind begehbar, Ateliers offen und Kommunikation erwünscht. Zugleich ist das Kunsthaus eine Spielwiese für Eingriffe und Veränderungen durch das Publikum.

2.     Intervention: Der Eingriff in soziale, kulturelle, architektonische und wirtschaftliche Konstellationen ist eine Arbeitstechnik des Kunsthauses und dient der gezielten Veränderung erstarrter Formen und der Provokation von Erkenntnisprozessen. Eine entgrenzte Form des Theaters.

3.     Politik des Presslufthammers: Stadtarchitekturen und Räume werden nicht als fertiges, hinzunehmendes Endergebnis betrachtet, sondern als künstlerisch zu veränderndes, zu eroberndes Terrain und Spielfeld der AnArchitektur.

4.     Kollektivbildung: Wer privat bleibt, bleibt ahnungslos und klammert sich an Besitzstände. Arbeit in Gruppen ist erwünscht und wird gefördert. Das beinhaltet internationale Austauschprogramme ebenso wie die Einbindung neuer Gruppen und Kollektive, die im Tacheles geförderte und unterstützte Projekte und Ideen realisieren können. Dazu gehört in Zukunft möglicherweise auch die Beteiligung am Aufbau alternativer Kunsträume in aller Welt. Denkbar ist auch eine Beteiligung am Operndorf in Ouagadougou.

5.     Grenzauflösung: Das Kunsthaus Tacheles ist weder ein Denkmal noch ein white cube, in dem end-gültige Werke der Kunst ausgestellt werden, sondern ein Ort, der auf die Auflösung der Grenzen zwischen Werk und Umwelt, Kunst und Leben und zwischen den Künsten und Medien sowie die Unabschließbarkeit von Kunstwerken angelegt ist.

II.       Organisation

Betriebssystem des Kunsthaus Tacheles ist eine demokratische Verfassung, die die freie Meinungsäußerung und kontroverse, auch öffentlich geführte Debatte fördert und herausfordert und auf vielstimmige Beteiligung an Entscheidungsprozessen wie der Auswahl von Kuratoren zielt und Machtkonzentration in den Händen einzelner strukturell ausschließt. Das Kunsthaus beinhaltet kuratierte, konzeptionell betreute Räume und Veranstaltungen ebenso wie Freiräume, in denen sich Projekte unabhängig entfalten.

Das Kunsthaus Tacheles ist nicht käuflich. Das bedeutet, dass künstlerische und konzeptuelle Entscheidungen in der künftigen Tacheles-Organisation gegen wirtschaftliche Einflussnahme und Kompromittierung von außen abgesichert werden. Auch intern agieren Kuratorium und Projekte inhaltlich unabhängig von der Geschäftsführung, mit der gemeinsam Finanzierungsstrategien entwickelt werden. Institutionelle und privatwirtschaftliche Partner werden gezielt nach ihrer Eignung, eine freie Arbeit der Kunst zu ermöglichen, ausgewählt.

Als Organisationsstruktur sind ein gemeinnütziger Verein, Genossenschaft, GmbH oder Stiftung denkbar.

III.       Finanzierung

Finanzierungsanker sind Musik-, Kunst- und Kultur-Veranstaltungen, Werkverkauf, Label, Kino, Radio und Verlag sowie institutionelle Partner und alternative Privatwirtschaft, die sich als Mieter, Veranstalter, Unterstützer und Sponsoren an der Finanzierung des Tacheles beteiligen. Querfinanziert werden dadurch Projekte im Haus, Ateliervergabe sowie der angestrebte Kauf des Tacheles-Geländes.

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.AKTE JAGDFELD. Tacheles-Verkauf nichtig?
MI 25. AUGUST 2010

Nachdem durch das Rechtsgutachten der Kanzlei SKW Schwarz auf dem Tisch liegt, dass die Senatsverwaltung für Finanzen den Verkauf des Areals, auf dem das Tacheles steht, an die FUNDUS Gruppe spätestens 2008 hätte widerrufen müssen und sich die Hinweise auf kriminelle Mauscheleien verdichten, fordert die Gruppe Tacheles die Offenlegung sämtlicher den  Verkauf betreffenden Verträge, Bescheide und Unterlagen. Das Ziel: Der gesamte Vorgang soll für „nichtig“ erklärt werden – dann fiele das Areal an den Bund zurück und es könnte neu über den Kauf des Grundstücks durch die Gruppe Tacheles verhandelt werden. Ein Sprecher des Immobilienunternehmens Fundus bezeichnete das Gutachten als „völlig unzutreffend“. Der Berliner Senat hingegen erklärt sich erstmal für nicht zuständig.

Anno August Jagdfeld hatte großes vor mit Berlins Mitte: Wohn- und Gewerbehöfe mit Läden und Restaurants, Büroflächen, ein Luxushotel mit ca. 230 Zimmern, 32450qm Wohnfläche und das Schaffen der baulichen Voraussetzungen für 950 Arbeitsplätze. Alles auf dem 23600qm Areal, auf dem auch das Kunsthaus Tacheles steht. Die Berliner Politik (eine große Koalition) stellte die Weichen und übertrug das Grundstück an die Oberfinanzdirektion (OFD) des Bundes, die es wiederum an die OFD Berlin zum Verkauf an die FUNDUS Baubetreuungs GmbH (heißt jetzt: Johannishof Projektentwicklung GmbH) übertrug – ein Teilunternehmen der über 150 Unternehmen zählenden FUNDUS-GRUPPE des Bundesverdienstkreuzträgers Jagdfeld.

So wurde zunächst am 8.6.1995 von der OFD Berlin ein sogenannter „Investitionsvorrangbescheid“ (IVB) gegenüber der FUNDUS Baubetreuung erlassen. IVBs hatten in der Nachwendezeit nach 1990 die rechtliche Funktion, Grundeigentum in den neuen Ländern von Ansprüchen von Alteigentümern zu befreien, um schnelle Investitionen zu ermöglichen – missbraucht wurden IVBs jedoch, um öffentliche Ausschreibungen von Flächen zu umgehen und so Seilschaften zu begünstigen.

Auf Mauscheleien beim Verkauf des Tacheles-Areals gibt es ein immer dichter werdendes Netz von Hinweisen. Dazu zählt der Kaufpreis: Das Gelände wurde schließlich 1998 für 68,2 Millionen DM an Jagdfeld verkauft, gesponsert mit insgesamt 75 Millionen Euro Krediten landeseigener Banken. Andere Investoren hatten laut Presseberichten bis zu 200 Millionen DM als Kaufpreis geboten.

Dazu zählt die im IVB genannte Investitionssumme: 180 Millionen DM heißt es im IVB, 400 Millionen Euro erfahren später die Zeitungen vom Investor selbst: Das Haftungsrisiko der Fundus Gruppe (z.B. bei eventuellen Vertragsstrafen) wurde offenbar künstlich gedrückt. Dafür spricht auch das Fehlen der bei einem solchen Geschäft gebotenen, vom Investor einzubringenden Sicherheiten. Absurderweise wird im IVB sogar ausdrücklich erklärt, das Grundstück müsse an Fundus übertragen werden, damit die GmbH „die für die Finanzierung des Investitionsvorhabens notwendigen Sicherheiten“ erlangen könne. Laut Rechtsgutachten wurde möglicherweise von der OFD erst gar nicht geprüft, ob der Investor zur Finanzierung in der Lage ist, was die Nichtigkeit, die vollständige Unwirksamkeit des Bescheids zur Folge hätte.

Als krönendes Sahnehäubchen lässt sich der Bund beim Verkauf 1998 im Grundbuch zum nachrangigen Glied in der Kette möglicher Gläubiger herabstufen. So ist für Fundus sichergestellt, dass der Bund selbst bei Vertragsbrüchen erst nach allen anderen Gläubigern bedient wird. Dass der Deal platzen könnte, daran wollte im Einheits-Goldfieber keiner denken.

Doch die Berliner Immobilienblase, deren Treibstoff der Haupstadt-Hype war, platzte tatsächlich – Jagdfeld hatte Probleme, Geldgeber für sein Projekt zu finden. Gebaut wurde trotz 2003 erteilter Baugenehmigung nie: Ein klarer Verstoß gegen die Bestimmungen des IVB, der dem Rechtsgutachten der Kanzlei SKW Schwarz zufolge die Oberfinanzdirektion Berlin (bzw. deren Rechtsnachfolger die Senatsverwaltung für Finanzen) spätestens 2008 zu einem Widerruf des Bescheids hätte zwingen müssen. Nach vier Jahren Nichtdurchführung des Vorhabens hätte Jagdfeld demzufolge das Grundstück zurückgeben müssen und wäre zu einer Strafe von 20% der geplanten, wenn auch künstlich niedrig gerechneten Investitionssumme verdonnert worden.

Doch inzwischen ist die Johannishof Projektentwicklung GmbH, die das Gelände gekauft hat, offenbar pleite. Genaues erfährt man nicht, was auf gezielte Insolvenzverschleppung hindeutet. Für eine Insolvenz spricht, dass das Gläubigerkonsortium, bestehend aus Hauptgläubiger HSH Nordbank, weiteren landeseigenen Banken und der Bredero GmbH (einem Subunternehmen von Fundus (!)), das Grundstück unter Zwangsverwaltung gestellt hat und seit Ablauf der Mietverträge des Tacheles e.V. Ende 2008 die Räumung des Kunsthauses betreibt.

Angesichts eines insolventen Investors würde ein Widerruf des IVB dem Bund nicht nur ein lukratives Grundstück, sondern auch Jagdfelds Schulden bescheren.  Anders, wenn sich erhärtet, dass der Bescheid nicht bloß widerrufen, sondern für nichtig erklärt werden muss, weil gegen zwingende gesetzliche Bestimmungen verstoßen wurde. Dann fiele das Grundstück an den Bund zurück – ohne die Schulden. Endgültig lässt sich dies nur klären, wenn endlich alle den Kauf betreffenden Unterlagen offen gelegt werden.

Thorsten Wöhlert, der Pressesprecher des Regierenden Bürgermeisters, erklärt den Senat in einer ersten Stellungnahme zum Gutachten für nicht zuständig. Ein Widerruf des IVB könne nur auf Antrag erfolgen und antragsberechtigt seien nur Inhaber von Restitutionsansprüchen, die seien ihm aber nicht bekannt. Ein bizarres Rechtsverständnis: Wird gegen die in einem Verwaltungsbescheid enthaltenen Auflagen offensichtlich verstoßen, kann die öffentliche Verwaltung nichts dagegen unternehmen. Das betroffene Immobilienunternehmen Fundus selbst erklärt das gesamte Gutachten für „vollig unzutreffend“ und spart sich vorsichtshalber jegliche Argumentation.

GRUPPE TACHELES FORDERT DIE SOFORTIGE OFFENLEGUNG ALLER DEN VERKAUF BETREFFENDEN UNTERLAGEN.

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.Martin Reiter unter Denkmalschutz?
MI 25. AUGUST 2010

In einem Schreiben vom 18.08. kündigt das Landesdenkmalamt Berlin an, das Kunsthaus Tacheles namentlich in die Liste der denkmalgeschützten Objekte aufzunehmen. Bislang war das Kunsthaus bereits unter dem Sammelbegriff “Friedrichstraßen-Passage” vor dem Abriss geschützt. Martin Reiter, Vorstand des Tacheles e.V., würdigte den “wichtigen Teilerfolg” auf Facebook und erklärte, das Tacheles sei nun vor Investmentprodukten geschützt.

Mögliche Folge könnte sein, dass nun auch Einbauten der Künstler und feste Ausstattung von Räumen denkmalgeschützt sind. Sollte sich diese Deutung erhärten, wäre der zweischneidige Erfolg die Musealisierung des Kunsthauses: Zwar ließe sich das Tacheles vor Eingriffen von Außen schützen, ist aber gleichzeitig vor künstlerischer Veränderung von Innen gefeit. Geräumt werden können die Künstler und Projekte hingegen trotzdem – nur die Einbauten blieben bestehen, was daher auch keinen wirksamen Schutz vor Investmentprodukten bieten würde.

Es stellt sich ohnehin die Frage, ob es wirklich darum geht, das Tacheles generell vor Investitionen zu schützen oder ob es nicht eher darum geht, das Kunsthaus vor ebenso militanten wie inkompetenten kapitalistischen Gruppierungen wie der HSH Nordbank zu verteidigen, so dass ein geschützter Raum für freie Kunst und alternative Kulturwirtschaft erhalten bleibt.

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.Do it Ingo Mix? Bund erteilt Absage an e.V.
DI 24. AUGUST 2010

Jetzt reagiert die Bundesregierung auf ein Schreiben des Tacheles e.V. an die Bundeskanzlerin und den Staatsminister Neumann und erteilt in der von Ingo Mix unterzeichneteten Antwort vom 18. August dem Anliegen des Kunsthauses eine Absage, eine Räumung des Geländes durch die derzeitige Zwangsverwaltung zu verhindern. Die Bundesregierung sieht jenseits von “Appellen an den Hamburger Senat und die HSH Nordbank kaum Chancen, in die Rechte der Eigentümer bzw. Gläubiger einzugreifen”. Martin Reiter, Vorstand des Tacheles e.V., teilte dazu auf Facebook mit, es gäbe keine Politik mehr, sondern “nur mehr schlechte darstellende künstler die sich politiker nennen”. Die derzeit von der Gruppe Tacheles geplanten Eingaben an den Bundesrechnungshof, die Senatsverwaltung für Finanzen und den Petitionsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses haben hingegen dank der in dem neuen Rechtsgutachten der Kanzlei SKW Schwarz enthaltenen Argumente noch eine Chance, dem Haus die Wende zu bringen: Es verdichten sich Hinweise, dass beim Verkauf des Geländes an den Investor Jagdfeld in den Neunzigern so schwerwiegende Fehler gemacht worden sind, dass der Verkauf für nichtig erklärt werden muss. Das Gelände fiele dann an den Bund zurück.

Schreiben des Bundes an den Tacheles e.V.

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.Wir vermissen Dich
DI 24. AUGUST 2010



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.Tacheles e.V. droht mit Gewalt
DI 24. AUGUST 2010

Nachdem die Gruppe Tacheles dem insolventen Tacheles e.V. kürzlich in einem offenen Brief die friedliche Kooperation angeboten und einen De-Eskalationsprozess angeregt hat (http://www.tacheles.info/?p=640), heißt es nun auf dem Facebook-Profil des Kunsthaus Tacheles (=Tacheles e.V.) über die Gruppe Tacheles: “Der Verein bekommt diese Gang ohne Gewalt nicht raus”.

Zugleich hielt e.V.-Vorstand Martin Reiter der Gruppe Tacheles, zu der sich rund die Hälfte der Künstler, Gruppen und die Kulturveranstalter im Tacheles zusammengeschlossen haben,  pubertäres Verhalten und Ballermannisierung des Tacheles vor und bezeichnete die Gruppe als „Versagerclub“ und „die kleinste Diktatur der Welt“ und daher gäbe es “immer noch einen oder mehrere Sündenböcke – die natürlich weg müssen”. Zudem erhöht Reiter die Mietforderung des Vereins an das Café Zapata (Mitglied der Gruppe) von bislang 360000 Euro (vor einem Monat) auf nun 418000 Euro. Dabei ist der Gerichtsprozess über die Legitimation des derzeitigen Vorstands und damit über die Berechtigung der Mietforderungen noch anhängig. Eine Reaktion auf den offenen Brief der Gruppe Tacheles steht hingegen aus.

Katrin Maßmann, Sprecherin der Gruppe Tacheles, appellierte an den Tacheles e.V., nicht mit Panikhandlungen und Realitätsverlust auf eine schwierige Situation zu reagieren und auf den Weg der friedlichen Verständigung zurückzukehren. Sie wiederholte das Angebot der Gruppe, gemeinsame Lösungen für Probleme im Haus zu finden.

Einzig offene Frage ist, wann es endlich wieder um Kunst geht im Kunsthaus Tacheles

tacheles.info dokumentiert den Originalthread:

Ulrich von Berlepsch ‎… liebes Tacheles, wenn Kritik angebracht sein darf dann ab Sa 2:30 in der Früh; unsympathische Einlasser fordern einen Eintritt von 10 Euro, für “0″- Programm oder Sozialstudien über abgestürtzte O-Straße-Ost-EasyJet-Touristen? Das war mal anders und die Daseinsberechtigungsfrage stellt sich, oder?

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Ilia Castellanos ‎… und wir haben uns nicht gesehen. Wo hast du versucht hineinzugehen, in das Gebäude?

Martin Reiter deine kritik ist richtig und diese Sachen ziehen uns in den Abgrund. Du bist zum Tacheles 3.0 Festival (ein Gastronom versucht, wie viele andere auch, ein Logo zu klauen…) im Cafe Zapata und auf den Ballermannflächen hinter dem Kunsthaus…. Beides hat seit über 8 Jahren nichts mehr mit dem Tacheles zu tun! Die Abzocker schulden dem Kunsthaus ca. 418 000,- Euro an Betriebskosten und Mieten…..der Eintritt in das Kunsthaus ist frei – einfach reingehen und durch die Stockwerke flanieren….und die Cafe- und Ballermannmafia rechst liegen lassen.

Ragna Strohauer ‎@ ulrich: mist, das stimmt schon, was du da kritisierst. viele leute sind an diesem abend in das haus gekommen und haben sich bei uns drinnen beschwert. glücklicher weise konnten wir durch aufklärung und eine schöne erlebnisreiche nacht die launen der einzelnen retten. den gesamt ruf des tacheles ruinieren diese abzock- trittbrettfahrer seit jahren, denen es eben so lange an eigenen ideen mangelt. ja ignorieren ist die einzige devise. und sorry… hmmm…

Kunsthaus Tacheles Die Räume des Café Zapatas gehören zum Tacheles e.V., das ist richtig, aber die Betreiber haben sich seit 8 Jahren gegen das Kunsthaus Tacheles entschieden, zahlen keine Miete und arbeiten in die eigene Tasche. Der Verein bekommt diese Gang ohne Gewalt nicht raus. Das das Wochenende der Fuckparade ausgeschlachtet wird, ist aber normal. Und unfreundliche Türsteher sind – wenn man Pech hat – in ganz Berlin zu finden.

Ulrich von Berlepsch bin erleichtert, das der kreative Kern des Tacheles diese Art von Veranstaltung auch kritisch sieht. Das das eine Zapata-Veranstaltung war, wußte ich nicht. Ärgerlich und traurig wars schon. Chapeau

Bernd Lagemann ‎10 euro hats doch oben im goldenen saal gekostet.

Ragna Strohauer die coole after fuck parade gabba party?? also die gabba jungs haben sich über humane eintrittspreise gefreut… und 6€ gezahlt. fettes line up … viele djs… mega anlage … deko… gabba halt. wir glauben nicht, das sich der veranstalter jetzt nen neuen stiftzahn leisten kann. hat aber sehr viel spass gemacht. um ca. 12 uhr hat die party geendet und schon laaaange vorher war der eintritt natürlich frei !! :-)

Ilia Castellanos Herr von Berlepsch, Lagemann behauptet – warum auch immer – im 1.OG hätten sie `nen 10er genommen. Wo wolltest du ins Tacheles rein?

Ulrich von Berlepsch ich bin durch den Durchgang in den Tacheles-Garten irgendwann zw. 2:30 u. 3:00 Uhr rein. Da war ein Mensch am Einlaß der 10,-Euro haben wollte. Jetzt kommts: für 2 Leute allerdings. Insofern war meine Angabe nicht p c. Allerdings habe ich m…ich schon gefragt, für was zahle ich eigentlich, da auf dem Hof außer Suffständend und nervigen Leuten nichts zu erleben war. Mir war so, als ob vorm Theatersaal noch eine Kasse stand. Dort sind wir aber nicht rein, insofern habe ich k.A. ob und wieviel da nochmal Geld zu zahlen war. Natürlich zahle ich auch Eintrittsgelder für partys und das ist auch ok. so. Für Besäufnisse allerdings, bei denen die Getränke schon ausgereitzte Preise haben fällt es schwer.

Ragna Strohauer he he verstehe… auf eine gabba party gehen wirklich nur echte fans ;-) !!! also auf den dancefloor meine ich. trinken und quatschen gabs ja ausserhalb, also vor dem floor vor free !!

Martin Reiter ja das Cafe macht das, seit dem es 1992 durch Jochen Sandig und Ludwig Eben privatisiert wurde, immer so …. sie zocken das Tacheles ab -bieten schlechtes Programm -unterstützen keine Künstler und behaupten sie wären das Tacheles und die Anderen wären schuld an Ihrem Versagen……letztlich DIE EWIGE PUPERTÄT und “die kleinste Diktatur der Welt”(wie alle kleinen Privatunternehmen eben…)…..und dann gibt es natürlich selbstredend immer noch einen oder mehrere Sündenböcke – die natürlich weg müssen…..etc..etc…Schuldenstand des Versagerclubs ca. 418 000,- Euro an Betriebskosten und Mieten….

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Why Tacheles Must Be Preserved: A Statement by Dr Mark Naison
DO 19. AUGUST 2010

Why Tacheles Must Be Preserved: A Statement by Dr Mark Naison, Professor of African American Studies and History, Fordham University, New York City.

It is both ironic and reprehensible that in the middle of a global economic crisis, where banks are being bailed out by governments, and where large numbers of commercial and residential properties stand abandoned in cities around the globe, that one of the most important examples in the world of the conversion of abandoned space for creative purposes is being threatened with elimination by banks and developers.

Make no mistake about it; people all over the globe who have visited Tacheles have been inspired by the story of a group of artists who took over a huge abandoned Department store after the fall of the Berlin wall and with their own sweat and labor transformed it into an internationally known arts center an extraordinary music club that features artists from around the globe.

Tacheles is not a period piece; an excercise in nostalgia that recalls an exciting bygone time in Berlin’s history. It is a living, breathing example of what ordinary people can do when markets collapse and governments fail.

I experienced this first hand when I visited Tacheles four years ago with the progressive hip hop group Rebel Diaz. When we saw the amazing things the artists at Tacheles had done with abandoned space, not only in the building itself, but in the adjoining lot, we wondered why nothing like it had been done in comparable spaces in New York City, especially in the Bronx, where there are partially occupied warehouses and factories.

So inspired was Rebel Diaz by this model that they were determined to recreate it in the Bronx and this year their dream became a reality. Along with 20 other artists, musicians and community organizes- they turned an abandoned candy factory in the Bronx into the Rebel Diaz Arts Collective, which, like Tacheles, has a music club, artists studios, and outdoor gardensand sitting areas showcasing graffiti arts.

At a time when the global economic crisis is leavinng in its wake thousands of abandoned stores, shopping centers, and luxury housing complexes, Tacheles stands as a living example of how grass roots activism can transform such spaces into centers of
artistic creativity and small scale commerce.

Not only should Tacheles be protected from irresponsible commercial development- undertaken- it should be added, by the very institutions that brought us the global economic crisis-, it should be proudly promoted by the City of Berlin as an example to the world of how ordinary people can create opportunities in the midst of turmoil and hardship

Tacheles is not only a reminder of a heroic time in Berlin’s past, it is, for many people around the globe, a symbol of the hope of a better future

New York City
August 18, 2010.

Mark D Naison
Professor of African American Studies and History
Principal Investigator
Bronx African American History Project
640 Dealy Hall
Fordham University
Bronx, NY 10458

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.Gruppe Tacheles: Kunst-/Musikfestival & Zukunftsdebatte Tacheles 3.0 am 20./21.
DI 17. AUGUST 2010


TACHELES 3.0 | BERLIN 3.0 | FESTIVAL | ZUKUNFTSDEBATTE

Neue Fragen für eine neue Stadt

Kaum ein Gebäude in Berlin illustriert sinnfälliger als das Kunsthaus Tacheles wie eine Stadt von unten aussehen und funktionieren könnte. Das Tacheles ist – bei allem notwendigen Streit über Kunst und Kommerzialisierung – mit seiner von den Betreibern selbst über Jahre organisch geschaffenen AnArchitektur und den von Künstlern, Gruppen und Projekten aus aller Welt gestalteten und genutzten Freiräumen ein exemplarischer demokratischer Raum – und das im Zentrum einer europäischen Hauptstadt und mit Strahlungskraft in alle Welt.

Das bedeutet nicht, dass es möglich ist, das Modell Tacheles auch auf andere städtebauliche Projekte eins zu eins zu übertragen, aber es bedeutet durchaus, Koordinaten derzeitiger städtebaulicher Strategien im Spiegel dieses Modells zu überdenken. Skepsis lösen die baulichen Planungen in Berlins Zentrum ja nicht deshalb aus, weil sie Kapital und Ideen in die Stadt bringen, sondern aufgrund ihres kulturell, wirtschaftlich und politisch rückwärtsgewandten Zuschnitts.

Die privatwirtschaftliche Umgestaltung, die seit 1990 das Ziel der Berliner Stadtentwickler war, ließ Orte entstehen, die vielfach von Unternehmensketten, Großraumentertainment-Konzernen und Shopping Malls besiedelt und privat kontrolliert werden. Die öffentliche Hand zog sich aus der Gestaltung zurück und ließ zugleich zu, dass die aktive Nutzung und Umgestaltung der neuen Räume durch Hausordnungen, private Sicherheitsunternehmen und eine gegen Zweckentfremdung abgesicherte Architektur verhindert wird. Bloß kein Kaugummi an der falschen Stelle. Doch auch Leerstand und Brachflächen wie das 23600qm große Areal in der Berliner Innenstadt, auf dem das Tacheles mit 1250qm angesiedelt ist, dokumentieren das Scheitern des städtebaulichen Laissez-faire. Das Gelände wurde billig  für rund 35 Millionen Euro an Jagdfeld verscherbelt und anschließend vergessen. Gebaut hat Adlon-Investor Anno August Jagdfeld bis heute nicht.

Der Gedanke, der auch die geplanten Bebauungen an der Spree überstrahlt, manifestiert sich bereits heute in der phantasielosen Stadionarchitektur der O2-Arena mit ihrem Sender-Empfänger-Modell oder auf dem Potsdamer Platz, wo die Versöhnung von Luxus-Versprechen, Boheme-Zitat und Massenkultur im Konsumkitsch auch deshalb misslingt, weil alles überwacht wird, um Eigeninitiative jenseits von Kaufentscheidungen zu ersticken. So verhält sich das Unterhaltungs- und Konsumangebot am Potsdamer Platz zur globalen Subkultur Berlins etwa so wie die letzte Love-Parade zu den ersten. Kein Zufall, dass am Potsdamer Platz nachts fast nur die Wächter ausharren. Denn nachts schnürt sich der Platz zu dem Sicherheitsbedürfnis zusammen, das ihn auch tagsüber durchdringt.

Man muss jedoch nicht die Berechtigung privatwirtschaftlichen Städtebaus, Luxushotels oder den Massenkonsum in Frage stellen, um festzustellen, dass es in der Stadt Berlin an partizipativen städtebaulichen Strategien fehlt. So schrumpft das Tacheles zu einem Denkmal für den Ausnahmezustand zusammen, eine mehr oder weniger geduldete, mehr oder weniger geliebte kulturelle Nische, die als touristisches Spektakel selbst Teil ökonomischer Verwertungslogiken wird. Wie ist es um die Widerstandskräfte des Tacheles gegen den Ausverkauf bestellt? Oder gehören Kunst und Kommerz seit Entstehen der Pop-Art  in einem fruchtbaren Spannungsfeld zusammen?

Es wird jedoch gerade angesichts der jüngsten Erkenntnisse, dass die öffentliche Hand es sogar versäumt hat, den Verkauf des Tacheles-Geländes angesichts eines tatenlosen Investors zu widerrufen (wie es rechtlich möglich und geboten gewesen wäre), den juristischen Zweifeln an der Rechtsmäßigkeit des damaligen Verkaufs sowie den beim Investor Jagdfeld spurlos versickerten Krediten landeseigener Banken in Höhe von rund 75 Millionen Euro umso dringender, weitere Fragen zu stellen: Mit welchem Recht entscheidet die vom Staat mit Milliarden subventionierte Hamburger Gläubigerbank HSH Nord und ihr umstrittener Chef Dirk Jens Nonnenmacher („Dr. No“) über die Zukunft öffentlichen Raums in unserer Stadt, betreibt gar die Räumung des Tacheles? Wie kann es angehen, dass die Verantwortlichen in der Stadt nicht nur oft tatenlos zusehen wie Freiräume dicht gemacht werden, sondern dies sogar im Fall der Mediaspree aktiv gegen den Willen der Bevölkerung fördert? Und schließlich: Was wäre, wenn die öffentliche Hand das Großareal um das Tacheles, statt es sich selbst zu überlassen und aufs Gespinst neuerlicher Megainvestitionen zu setzen, an  freie künstlerische und mediale Projekte, Gruppen und Kollektive aus aller Welt vermietet und verkauft und zur freien, selbstverwalteten Bespielung, Bebauung und Veränderung freigibt?


Es ist an der Zeit, dass die Stadt sich daran erinnert, dass ihr Mandat von vielen geliehen ist, nicht bloß von Gästen des Adlon. Ein demokratisches Berlin beinhaltet Freiräume zur Neu-Erfindung, Abschalten der Kameras  und es bedeutet: mit dem Presslufthammer philosophieren.

KUNST & MUSIKFESTIVAL UND ZUKUNFTSDEBATTE TACHELES 3.0 AM 20. & 21. AUGUST.

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.Gutachten schlägt ein: Tacheles doch noch zu retten?
MO 16. AUGUST 2010

Wie eine Bombe ist das von der Gruppe Tacheles, in der sich rund die Hälfte der Künstler, Gruppen und Projekte im Tacheles organisiert haben, in Auftrag gegebene Rechtsgutachten der Kanzlei SKW Schwarz eingeschlagen – die Presse berichtet überregional über die Sensation: Nicht nur hätte der Verkauf des Geländes an die Fundus Gruppe spätestens 2008 von der öffentlichen Hand widerrufen werden müssen, sondern zusätzlich deuten die teilweise intransparenten Vorgänge beim Verkauf darauf hin, dass dieser selbst nichtig ist, u.a. da die Vermögensverhältnisse des Investors offenbar nicht hinreichend geprüft worden sind.

Die Fundus Gruppe ringt vergeblich um Fassung und befindet das Gutachten dünn für „völlig unzutreffend“ – Argumente liefert das Unternehmen hingegen keine. Dr. Thorsten Wöhlert, Pressesprecher des Regierenden Bürgermeisters, erklärt den Senat in einer ersten Bewertung gegenüber der Gruppe Tacheles für nicht zuständig und hebt hervor, dass das Gelände auch bei einem erfolgreichen Widerruf des Deals nicht an den Bund zurückfiele. Richtig ist hingegen, dass nur eines von 16 Grundstücken des Gesamtgeländes bei Widerruf nicht an den Bund zurückfiele, da lediglich bei diesem Teilgrundstück Ansprüche von Alteigentümern bestehen. Das Grundstück des Tacheles hingegen ist von keinen Rückgabeansprüchen belastet. Zeit für Reset.

Das bedeutet auch für die Auseinandersetzungen im Kunsthaus selbst eine völlig neue Sachlage. Nicht nur wird die derzeitige Zwangsverwaltung und damit auch das gerade eröffnete Insolvenzverfahren gegen den Tacheles e.V. fraglich (Ursache sind willkürliche Mietforderungen der Zwangsverwaltung), sondern auch den vom Tacheles e.V. an Mitglieder der Gruppe Tacheles gestellten Mietforderungen wird möglicherweise die rechtliche Grundlage entzogen. „Uns würde freuen, wenn die neue Situation dazu führt, dass die Künstler bleiben können und die Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen im Haus weiter de-eskalieren“ erklärte Katrin Maßmann, Sprecherin der Gruppe Tacheles bereits letzte Woche.

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.Interner Streit: Wie lange noch? MO 16. AUGUST 2010

Trotz des großen Erfolgs, den die Gruppe Tacheles durch das in Auftrag gegebene Rechtsgutachten für das gesamte Tacheles erzielt hat, und trotz des von der Gruppe angeregten De-Eskalationsprozesses setzen sich die internen Grabenkämpfe im Kunsthaus fort. Während Ludwig Eben, Mitglied der Gruppe und Betreiber des Café Zapata, in der B.Z. mit den Worten zitiert wird, er werde von Martin Reiter (Vorstand Tacheles e.V.) als Kokaindealer diffamiert und sein Sohn sei von Martin Reiter (Vorstand Tacheles e.V.) als Crack-Dealer angezeigt worden, versucht der e.V. unterdes, das von der Gruppe Tacheles geplante Festival Tacheles 3.0 zu sabotieren: So behauptet Linda Cerna, Pressesprecherin des e.V., gegenüber Medienpartnern, das Festival zur Rettung des Kunsthauses würde nicht im Tacheles stattfinden, und fordert, dieses aus den Veranstaltungs-Datenbanken zu löschen. Hintergrund ist vermutlich der Alleinvertretungsanspruch des Tacheles e.V. für das Kunsthaus.

WIR FORDERN: Keine Macht für Niemand.

Reißen wir die Mauern ein, die uns trennen.
Kommt zusammen, Leute. Lernt euch kennen.
Du bist nicht besser als der neben dir.
Keiner hat das Recht, Menschen zu regier’n.

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.Sensation: Rechtsgutachten spricht von Nichtigkeit des Tacheles-Verkaufs 1998
DI 10. AUGUST 2010

Ein neues Rechtsgutachten bringt überraschend Bewegung in den Machtpoker ums Kunsthaus Tacheles und birgt einigen politischen Sprengstoff. [Original Gutachten bitte bei info@tacheles.info anfordern].

In der für die Gruppe Tacheles erstellten Stellungnahme der Kanzlei SKW Schwarz heißt es u.a., dass der Verkauf des 23600qm großen Areals, zu dem auch das Tacheles mit 4% der Fläche gehört, durch die Bundesrepublik Deutschland vertreten durch die OFD Berlin an die Fundus GmbH 1998 spätestens 2008 hätte widerrufen werden müssen, da spätestens dann ersichtlich gewesen sei, dass die vertraglich vereinbarten Bautätigkeiten nicht fristgemäß durchgeführt werden: „Die Voraussetzungen für den Widerruf lagen vor. Spätestens mit Ablauf der Durchführungsfrist im Jahr 2007 war feststellbar, dass das zugesagte Investitionsvorhaben nicht (mehr) fristgerecht umgesetzt werden konnte“. Wegen der abgelaufenen einjährigen Frist sei ein Widerruf jetzt hingegen nicht mehr möglich.

Doch es gibt eine Hintertür für das Kunsthaus: Neben einer Vielzahl weiterer Unstimmigkeiten, die den damaligen Verkauf begleitet haben, streicht die Stellungnahme heraus, dass bereits der Verkauf selbst möglicherweise nichtig sei, da offenbar die wirtschaftlichen Verhältnisse des Käufers nicht hinreichend geprüft worden seien. Erhärtet wird diese Argumentation durch öffentliche Stellungnahmen der Fundus Gruppe, die 2003 in einem Artikel bei „Welt-Online“ mit den Worten zitiert wird, sie könne nicht mit dem Bauen beginnen „bevor nicht ungefähr die Hälfte der Flächen vermarktet ist“. Hierzu heißt es in dem Papier: „Die Frage, ob das Vorhaben wirtschaftlich durchführbar und insbesondere dessen Finanzierung möglich ist, hätte jedoch vor Erlass des Investitionsbescheides geprüft werden müssen“. Zudem sei beim Verkauf die gesetzliche Verpflichtung verletzt worden, „für die Zahlung des Verkehrswertes der Grundstücke eine näher zu bezeichnende Sicherheit zu leisten“.

Sollte sich diese Argumentation erhärten, stellt sich nicht nur die Frage nach Seilschaften und Mauscheleien beim Verkauf und nach den politisch Verantwortlichen, die den Widerruf des Geschäfts verschlafen haben, sondern auch für die Auseinandersetzungen im Kunsthaus selbst bedeutet dies eine völlig neue Sachlage. Nicht nur wird die derzeitige Zwangsverwaltung und damit auch das gerade eröffnete Insolvenzverfahren gegen den Tacheles e.V. fraglich (Ursache sind willkürliche Mietforderungen der Zwangsverwaltung), sondern auch den vom Tacheles e.V. an Mitglieder der Gruppe Tacheles gestellten Mietforderungen wird möglicherweise die rechtliche Grundlage entzogen. „Uns würde freuen, wenn die neue Situation dazu führt, dass die Künstler bleiben können und die Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen im Haus weiter de-eskalieren“ erklärte Katrin Maßmann, Sprecherin der Gruppe Tacheles.

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.Grosses Fressen: Orgie gegen Kapitalismus
MO 09. AUGUST 2010

Knowing as a shorty, I was always told
That if I ain’t gon’ be part of the greatest
I gotta be the greatest myself

C’mon C’mon, Yeah, C’mon
Yeah nigga what, what a surprise
Get ya sumn’, make a nigga close both of your eyes
All my niggas gettin’ money capitalize
Die little small guy, we on the rise
Everything a nigga touch platinumize
Fully equipped, you know we come wit’ all the supplies
Got a big gun, and I’ma show you the size
You fuck wit’ any of my Flipmode family ties
Me and my niggaz be comin’ through stalkin’ you out
Killin’ off any and everything you talkin’ about
See you in the club, now we walkin’ you out
Shoulda’ thought twice ‘fo you went and opened your mouth
Yo, anyway we stay keepin it movin’
Fuckin’ with the wrong nigga, hope you know what you doin’
Now blame me, all the same niggas is lame
It’s not a game, makin’ names still splittin’ your frames!

[Chorus:]
Y’all niggas had enough?
Gimme some more
Y’all niggas want the wild shit?
Gimme some more
Yo Spliff where the weed at?
Gimme some more
I know ya’ll niggas need that
Gimme some more
Even though we getting money you can
Gimme some more
With the cars and the big crib
Gimme some more
Everybody spread love
Gimme some more
If you want it let me hear you say
Gimme some more

Ein lauer Sommer-Abend mit Hiphop und gechillter Live-Musik von K-Off, nachts Krautrock aus Florida, Olivier am Mike. Gedeckt wurde reichlich von den Künstlern der Gruppe Tacheles beim großen Fressen in Anlehnung an den gleichnamigen französischen Noir-Film: 20 Meter Torten, Salate, zwei kahle Schafsköpfe und Spree-Hecht für hunderte von Gästen und Schaulustigen des hedonistischen Protestspektakels gegen Banken, Politik und Räumung. Live-Musik, gutes Essen und schöne Gespräche über Kunst, Kommerz und Korruption bis tief in die Nacht.

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.Dürener Künstler demonstrieren für das Tacheles
MO 09. AUGUST 2010

Publiziert am 7. August 2010

Quelle: http://www.art-eifel.de/durener-kunstler-demonstrieren-fur-das-tacheles-in-berlin/

Hallo Künstler und Kulturschaffende, Kunstinteressierte!!!!!
Am 15.August findet zeitgleich zu den Dürener Jazztagen ein Umzug statt, der sich die Errettung des Künstlerhaus Tacheles in Berlin verschrieben hat.

Kunsthaus Tacheles

Dem Dürener Kaufman A.August Jagdfeld möchten wir mit einem bunten und lauten Umzug um die Erhaltung des berühmten Künstlerhauses in der Mitte Berlins bitten, von dessen Verkauf er sich nicht umstimmen lässt. An dieser Stelle sind alle Künstler und Kulturschaffenden aus der Region um Düren herum gefragt, Solidarität im Sinne der Kunst und der Andersartigkeit zu zeigen. Nichts politisches, keine Demo sondern ein Festumzug im Sinne der Kunst.

15.August 11.00 Uhr Rudoplf-Schock Platz Düren

Kunsthaus_tacheles_berlin_from_westKunsthaus_tacheles_berlin_from_west

Umzug durch die Dürener Innestadt während des Jazzfestivals…
macht euch schick, bringt Ghetto-blaster mit —-zeigt euch bunt!!!!!

Wir sind Alle nicht aus Berlin und Jeder hat viel zu tun,…es wäre aber sinnvoll im Sinne des “Künstlerseins”, das man sich in Zeiten wie Diesen für andere Künstler und Kunst im Allgemeinen einsetzt. Man darf nicht zulassen, dass sie frech aus der wirtschaftlichen Landkarte herausradiert wird.

Außerdem gibt es gleich eine Reihe von weiteren Gründen an diesem Tag und um diese Zeit in Düren zu
sein:

    ab 11:00 Uhr, Krankenhaus Düren (Roonstraße) – Jazzmatinee mit HPT Jazzverein (Eintritt Frei)
    ab 11:00 Uhr, Scoozie – Jazzfrühschoppen mit Bernie Fawcett (Eintritt Frei)
    ab 11:30 Uhr, Zum Franziskaner – Frühschoppen mit Bottelneck – Acoustic Party Music (Eintritt Frei)
    ab 12:00 Uhr, Cafe Extrablatt – Jazzfrühschoppen mit der Avalon Dixielandband (Eintritt Frei)
    ab 14:00 Uhr, Dada – “Jazz we can” mit Schorsch & dem ABH Trio (Eintritt frei)
    ab 14:00 Uhr, Marktplatz – Papa Dre´s Dixie Paraders (Eintritt frei)
    Hauptbühne
    ab 13:00 Uhr, GAW Bigband feat. Roland Peil (Eintritt Frei)
    ab 15:00 Uhr, Gero Körner – Truth feat. Soleil Niklasson
    Christuskirche
    ab 19:00 Uhr, Roy Hargrove Quintett
    (Eintritt Frei, Kartenreservierung erforderlich mit freundlicher Unterstützung der Spardabank West eG)

KOMMT ALLE ZUR DEMO! BERLIN BRAUCHT DAS TACHELS! WIR ALLE BRAUCHEN DAS TACHELES!

Link zur Demo:
http://news.suite101.de/article.cfm/duerener-kuenstler-demonstrieren-fuer-das-tacheles-in-berlin-a82123

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.Tacheles 3.0 Festival am 20./21.08.
SA 07. AUGUST 2010

Mit einem feisten Aufgebot an Künstlern und Acts macht die Gruppe Tacheles am 20. & 21.08 Stimmung gegen die geplante Räumung und Zwangsversteigerung des Kunsthauses. Zur parallel stattfindenden ZUKUNFTSDEBATTE sind prominente Gäste geladen:


KLAUS WOWEREIT (hier mit Investor Anno August Jagdfeld und Nina Ruge im Bild). Öffentlich hat sich Berlins Regierender Bürgermeister wiederholt gegen die Tacheles-Räumung ausgesprochen und u.a. für die Fortsetzung der Wasserversorgung engagiert. Sein Ziel: Das Kunsthaus Tacheles soll mindestens bis zu Zwangsversteigerung und Eigentümerwechsel Ende des Jahres erhalten bleiben. Auch eine weitere Zwischennutzung bis zum Baubeginn durch einen neuen Investor kann er sich vorstellen. Aber: „Das Problem ist, dass wir die Interessen des möglichen neuen Grundstückbesitzers ja gar nicht kennen“. Dabei hat sich die Gruppe Tacheles als Käufer oder Mieter des Geländes ins Spiel gebracht und strebt eine Einigung mit der derzeitigen Zwangsverwaltung an. Doch die lehnt Gespräche ab. Vom Bürgermeister heißt es kontraproduktiv: „Wenn man sich mit dem neuen Investor nicht einig wird, dann muss selbstverständlich auch geräumt werden, und zwar freiwillig. Das sieht unsere Rechtsordnung so vor.“ Wir fordern: Jetzt mit uns verhandeln.

DIRK JENS NONNENMACHER Er steigert sein Gehalt, nicht das Bruttosozialprodukt. Als tragendes Mitglied des Gläubigerkonsortiums lässt die Milliarden-Skandal Bank HSH Nord unter seiner Leitung das Gelände durch die Anti-Kultur-Anwälte Titz und Tötter, die das Gelände zwangsverwalten, versteigern. Vorher wird geräumt: Investoren haben es, so denken Banken, lieber sauber und kunstfrei. Verhandlungen oder Gespräche mit den Nutzern über Ankauf oder Anmietung des Tacheles durch die Nutzer selbst lehnt man ab. Wir fordern: Jetzt mit uns verhandeln.

ANNO AUGUST JAGDFELD Er hat im Osten investiert. Dafür erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Das Berliner Adlon geht ebenso auf ihn zurück wie die Anlagen von Heiligendamm, wo er den G8-Gipfel bookte: Seine Kontakte in die Politik sind bestens. Der Kontakt zu den Anteilseignern seiner unzähligen Fonds-Produkte ist hingegen getrübt: Es häufen sich Vetternwirtschafts- und Betrugsvorwürfe. So auch beim von seiner Fundus Gruppe 1998 billig gekauften 25300 qm großem Innenstadt-Areal in Berlin-Mitte  – das Tacheles-Gelände nimmt mit rund 1250 qm davon bescheidene 4% ein. Von Fundus von landeseigenen Banken erhaltene Kredite versickerten jedoch – über 70 Millionen Euro verschwanden, angekündigte Bauarbeiten begannen nie. „Die Zwangsversteigerung für das gesamte Areal droht nun, da die Fundus-Gruppe 10 Jahre lang tatenlos geblieben ist.“ So die Pressesprecherin der HSH Nordbank. Warum sich die Fundus Gruppe über die Bredero GmbH mit 30 Millionen in das Gläubigerkonsortium eingekauft hat, erklärt sie HSH hingegen nicht. Fest steht: Hinter den Kulissen blockiert Jagdfeld weiter. Wir fordern: Jetzt mit uns verhandeln.

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.Video: Tacheles Consumption Strike in front auf KadeWe store
DO 05. AUGUST 2010

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