Wir danken Berlin für 21 wunderschöne Jahre
DI 05. APRIL 2011

Heute morgen hat die Gruppe Tacheles das Kunsthaus verlassen und die Schlüssel übergeben. Zapata, Kino, Restaurant, Kalerie, Biotop und Freifläche sind damit Geschichte. Wir danken Berlin für 21 wundervolle Jahre. Wir lieben diese Stadt und suchen anderswo einen Neuanfang. Es war eine geile Zeit.

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Conny Boese | Let there be rock! DI 05. APRIL 2011

Wir hatten kurzzeitig geglaubt, die Möglichkeit sei da, erneut mit der HSH Nordbank zu verhandeln. Dies hat sich heute leider nicht bestätigt. Somit stehen wir leider am gleichen Punkt wie gestern. Das Zapata wird morgen früh schließen, wahrscheinlich unwiderruflich, was den Standort Tacheles angeht.

Die Bank gibt uns weder die Möglichkeit zum Kauf, noch hat es im Verlauf des Tages ein Signal der Berliner Politik gegeben, die den weiteren Betrieb ermöglicht hätte.

Wir haben in den vergangenen Jahren gegen viele Widerstände ankämpfen müssen. Wir sind innerhalb des Hauses auf das Schärfste angefeindet worden, nachdem wir die Hand ausgestreckt haben, um gemeinsame Strategien für das ganze Haus zu erörtern. Der Berliner Senat hat uns jegliche Unterstützung verweigert. Selbst nachdem die politische Lage in Hamburg zu Gunsten eines möglichen Einlenkens und Einwirkens auf die HSH Nordbank umschwenkte, hielt Wowereit die Füße still.

Von Seiten des Bezirks sind in jüngster Vergangenheit auffällig viele Anzeigen und Verfahren gegen uns lanciert worden, so dass sich der Eindruck aufdrängte, man möchte uns unbedingt vertreiben. Vor Gericht ist der letzte Räumungstitel rechtswidrig erneuert worden, so dass es fast schon im vergangenen Monat zur Räumung gekommen wäre.
Kurz gesagt, wir sind von vielen Seiten attackiert und beschossen worden, haben von politischer Seite keine substanzielle Unterstützung erfahren und werden aktiv am Weitermachen gehindert.

Ich möchte allen Gästen, Freunden, Bands und Mitstreitern für die vielen verrückten Jahre im und hinter dem Café Zapata danken. Vor allem aber möchte ich meinen Kollegen und Mitarbeitern für ein außergewöhnliches Team danken, das diesen Ort in einen kreativen Freiraum und in eine Spielwiese der gedanklichen und gelebten Freiheit verwandelt hat. Let there be Rock!

Conny

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Tumult im Tacheles MO 04. APRIL 2011

Aktueller Stand: Ein Teil der Tacheles-Freifläche wurde mitsamt einiger Kunstwerke und Gebäude von Baggern plattgemacht. Wortgefechte zwischen unterschiedlichen Künstlergruppen. Schwere Vorwürfe an die Berliner Politik, die wohl bereits ein Senats-Kunsthaus plant. Heulkrämpfe. Rund 30 Pressevertreter vor Ort. Holz birst. Bäume und Holzbaracken fallen wie Streichhölzer. Endzeitstimmung.

Teile der Zapata-Crew zerstören das eigene Logo: Bevor Bagger es kaputt macht, machen wir es. Noch verteidigen Tachelesen das Biotop und Gelände vor den anrückenden Bau- und Security-Truppen (Shelter?). Erste Schlösser werden ausgewechselt. Die geplante Zwangsversteigerung wurde hingegen heute morgen ausgesetzt. Hat bereits jemand gekauft? Was ist hier eigentlich los?

Heute Abend – vielleicht letztmalig – Kunst- und Musikprogramm in Locations der Gruppe Tacheles: Zapata, Kalerie, Studio54, Kino, Freifläche, Biotop. Die Sachen waren schon gepackt, der Entschluss schien am Sonntag klar: Wir können hier nicht mehr weitermachen. Woanders kann es nur besser werden. Eine Million Euro sollte es von einer Kanzlei, die für einen anonymen Hintermann handelt, für die tränenreiche Entscheidung geben. Doch jetzt wird gerade wieder ausgepackt. Should I stay or should I go?

Wir meinen: Kommt ins Tacheles und macht mit. Das letzte freie Gelände in der Berliner Innenstadt ist jetzt nur noch durch physischen Einsatz guter Ideen zu retten. Dieses Haus gehört den Berlinern. Wir Leute, die hier arbeiten, sind nur zu Gast. This world is yours. NOW IS NOW.

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Vom Tresen zum Besen: 12 Jahre Vorstand Reiter SA 02. APRIL 2011

Der Österreicher Martin Reiter kommt 1995 ins Tacheles, arbeitet als Tresenkraft im Zapata und betreibt einen Robo-Shop auf der Hoffläche, wo er Rechnerschrott zu Installationen verarbeitet. Früher war er Rockmusiker. Noch als enger Freund des späteren Gegners, Künstlers und Zapata-Betreibers Ludwig Eben wird er 1999 in den Vorstand des Tacheles Trägervereins gewählt.

In diesen Jahren formuliert Reiter die Grundzüge eines obskuren Programms, eine Mischung aus Gangsterkapitalismus, Kunstdiktatur und Kleingartenkolonie. So erklärt er in der regelmäßig verschickten „Infopost“ Gewinnmaximierung zum zentralen Ziel des Vereins („soviel Einnahme wie möglich aus der Ruine rausziehen“), erklärt aber zugleich die Musik zu einem bloß „kommerziellen“, also nicht „künstlerischen“ Bereich. Der Unterschied der Kunstmedien Bild und Ton wird ideologisch aufgeladen. Der Musikbereich soll sogar keine Förderungen mehr beantragen dürfen. Den Rauswurf missliebiger Künstler begründet Reiter argumentfrei mit „Umweltverschmutzung“ – durch die Künstler. Auch das Theater wird als Kunstform für tot erklärt und abgewickelt. Reiter wird Kunstpapst.

Im März 2002 wird er zum letzten Mal als Mitglied eines sechsköpfigen Vorstands bestätigt. Intern gibt es bereits Streit zwischen Verein und Zapata. Das Zapata darf an der Abstimmung vorsichtshalber nicht teilnehmen. Katrin Maßmann, die damals das staatlich geförderte Tacheles-Theater leitet, wird auch gewählt, aber schon bald aus dem Vorstand verbannt und zu Sitzungen nicht mehr eingeladen, das Theater zur Vermietung freigegeben. Maßmann ist als Partnerin Ebens zu Zapata-nah. Ohne Absprache, gar demokratische Abstimmung stimmt der Vorstand neuen Bars im Haus und auf der Freifläche zu – Konkurrenz zum durch Bauarbeiten und 11. September finanziell angeschlagenen Zapata, das seit 1990 das Haus querfinanziert.

Von anderen Bars war noch keine Rede gewesen, als Zapata-Chef Ludwig Eben Ende 2001 600000€ Brauerei-Kredite für Verein und Zapata besorgt hatte. Dafür steht er in der Haftung. Zugleich tauchen überhöhte Betriebskostenabrechnungen ans Zapata auf. Es kristallisiert sich heraus: Der Verein will das international renommierte Musikcafé selbst übernehmen. „Erst machen wir sie pleite, dann klagen wir sie raus“ tönt es aus dem Vereinsumfeld. Natürlich ohne einen Abstand für Ebens neue Einbauten zu zahlen. Es habe ihn ja niemand dazu aufgefordert, Geld zu investieren, wird ihm in einer Email mitgeteilt. Eben hatte als Kompromiss vorgeschlagen, dass ein Nachmieter – gegen Abstand – das Zapata übernimmt. Reiter schlägt das Angebot aus. Das könne sich der Verein nicht leisten. Gewinnmaximierung lässt grüßen.

Schon nach zwei Monaten tritt der in den Vorstand gewählte Journalist Mathew de Rose zurück. Er hat den Berliner Bankenskandal mit aufgeklärt, aber am Tacheles will er sich nicht die Finger verbrennen – Reiter hatte ihm mit einer Rufmord-Kampagne gedroht, wenn er die harte Linie kritisiert. In seiner Rücktrittserklärung kritisiert er dennoch Martin Reiter und seine Anhänger im Vorstand in scharfen Worten für autokratische Praktiken, intransparenten Umgang mit Geldern, gar Selbstbereicherung und ihre ideologisch aufgeheizte Haltung gegenüber dem Café Zapata. http://www.kunsthaus-tacheles.de/history/documents/mathew-d-rose-begrundet-seinen-rucktritt-vom-vorstandsamt/

Als das Zapata nach weiteren Einigungsversuchen die Mietzahlungen einstellt und anwaltlich droht, will der Tacheles e.V. räumen lassen. In öffentlichen Stellungnahmen wird das Zapata zum uneinsichtigen Aggressor erklärt und vorgerechnet, wie viel das Zapata, selbst ein Betrieb, der tausende von Musikern und Künstlern unterstützt hat, Kunst und Künstlern im Haus nun schuldet – ein Betrag, der seither regelmäßig aktualisiert dem Gegner um die Ohren gehauen wird: 418000€ sind es inzwischen. Völlig unkommerzielle Überlegungen, versteht sich. Darum werden sie noch neun Jahre später – und trotz zahlreicher weiterer Einigungsversuche – im Tacheles-Gebäude auf A1-Plakaten vom Verein verkündet.

Der Vorstand reduziert die Presseabteilung zum Kampagneninstrument. Der Kunstpapst will im Recht bleiben. Der Verein, eigentlich Ort für solche Debatten, wird Partei, schließt renitente Mitglieder aus und setzt auf Ausgrenzung. Das ist der letzte Baustein einer fatalen Strategie: Innere Streitigkeiten werden öffentlich ausgetragen, parteiische Standpunkte als Meinung des gesamten Tacheles dargestellt und Gerichte sollen diese bestätigen: Für das Kunsthaus beginnt die Talfahrt.

Die Unterscheidung von Kunst und Kommerz wird über die Jahre zum routinierten Feindbild. Die Grenze verläuft aus Sicht des Vereins ausgerechnet zwischen dem Tacheles e.V. und seinen immer zahlreicheren Gegnern im Haus – großteils Künstler. Der Verein hingegen vermietet inzwischen ehemalige Galerieräume an Import-Schmuck-Händler – auch an den zahlreichen Bars und Musikveranstaltungen im Haus verdient der Verein mit. Rechenschaftsberichte, geschweige denn Vorstandswahlen gibt es seit 2002 hingegen keine mehr. Laut Satzung ist beides jährlich vorgesehen.

So wird der tatsächliche Konflikt durch orwellsches Neusprech verschleiert, lautet doch der Grundsatz des Vereins: Wer nicht für den Verein wirtschaftet, wirtschaftet gegen ihn. Reiters Partnerin Ragna Strohauer hatte bereits 2001 in der Auseinandersetzung zwischen Verein und Zapata um die Offenbar hervorgehoben: „Gegen diese Bar sein heißt, dagegen sein, dass der Verein Geld verdient = vereinsschädigend“. Geld verdienen müssen doch alle, hatte hingegen de Rose damals zu bedenken gegeben.

Doch der Verein hat im Kommerz anderer einen Sündenbock gefunden. Auch für die heftigen Müll-, Hygiene- und Sicherheits-Problemen ist mit dem hausinternen Gegner ein Schuldiger benannt. Müllberge und verstopfte Klos gibt es allerdings nur im Reiter-Flügel des Hauses. Über Müllabfuhr, Reinigung und Security mit den Parteien im Haus reden will er hingegen nicht, geschweige denn etwas dafür ausgeben. Vor der Presse zeigt sich Reiter mit Besen: Er reinigt das Treppenhaus selbst. Für die Kunst, versteht sich.

Doch vor Gericht scheitert der Verein. Auch Wasser- und Stromabschaltung lassen sich vom Zapata gerichtlich verhindern. Die e.V.-Gegner bleiben im Tacheles. Sie werden sogar stärker. Denn Reiter legt sich mit immer mehr Künstlern an, stellt über 1000 Anzeigen und führt dutzende weitere Prozesse. Die Metallwerkstatt lässt er räumen – Metallkünstler Arda hatte die Miete drei Tage zu spät gezahlt. Der siedelt sich stattdessen auf der Freifläche an. Trauriger Höhepunkt ist eine Anzeige Reiters gegen Ebens minderjährigen Sohn: Als Crack-Dealer. Das Verfahren wird als unbegründet eingestellt. Durch den vom Verein verlorenen Prozess der HSH Nordbank um Mietforderungen 2009 kommt das finanzielle Aus: Der Tacheles e.V. muss Insolvenz anmelden. Die Vereins-Gegner können sich hingegen gerichtlich gegen die Forderungen der Bank wehren.

Anläufe zu Tacheles-Reformen und Proteste gegen Reiters Führungsstil gibt es zahllose. Im März 2010 demonstrieren rund 20 Metall- und andere Künstler im Vereinsbüro: Sie wollen ein Ende der Auseinandersetzungen und verlangen Reformen. Reiter tippt lieber Emails in den Rechner. Vielleicht schreibt er wieder an die Kanzlerin? Kurz: Alles verläuft im Sand. Aussitzen heißt Reiters Devise. Mitte 2010 schließen sich die Reformer zur Gruppe Tacheles zusammen, gestehen in einem offenen Brief Fehler ein und schlagen Aufarbeitung, gegenseitiges Verzeihen und bedingungslose Verhandlungen vor.

Der Verein winkt ab und bezeichnet die rund 100 Gegner im Haus als Mafiosi, Betrüger, Zuhälter und Faschisten, darunter Mitglieder von SPD und Grünen. Zapata-Chef Ludwig Eben, Mit-Initiator der Gruppe Tacheles, ist noch heute der Hauptgegner. Ihn disst der Verein zuletzt Ende Februar auf Facebook als geistig behinderten, drogensüchtigen Kleinwüchsigen.

Noch Anfang März 2011 verteilt der Österreicher Pamphlete in der Tacheles-Nachbarschaft, in denen er mit Pressesprecherin Linda Cerna zu weiteren Lärmanzeigen gegen das Café Zapata aufruft – Kunstkataloge liegen bei. „Die letztklassige Zapata-Bar und ihr rein kommerzielles Umfeld schaden dem Tacheles von Beginn an“. Er selbst veranstaltet freilich Techno-Parties im Theatersaal, der im Gegensatz zum Zapata über keinen Lärmschutz verfügt, und betreibt im ehemaligen Vereinsbüro eine Bar.

Politisch positioniert sich Reiter zu aktuellen Themen mit schrillen Parolen und fabuliert etwa von baldigen Napalm-Einsätzen gegen Demonstranten und der Herstellung von Lampenschirmen aus der Haut Arbeitsloser. Die Politik spiele ein „perfides Theaterstück“, um von der „Diktatur des Marktes“ abzulenken, „egal ob Gelb, Grün oder Lila“.

Selbst betreibt er mit öffentlichen Rufmordkampagnen, Anzeigen und knallharten Prozessen eine Mini-Diktatur. Das Zapata besuchen darf keiner seiner Leute. Allerdings ist der Kreis der Anhänger zusammengeschrumpft: Vom gewählten Vorstand ist nur noch er selbst übrig geblieben, an seiner Seite seine Partnerin Ragna Strohauer und die Pressesprecherin Linda Cerna, die er auch gleich zur Kuratorin ernannt hat. Auch Petrov Ahner, der die erfolgreiche „Save the Tacheles“-Kampagne ins Leben rief, Künstlerin Barbara Fragogna oder Videofilmer Ton Belowsky bekennen sich zur bizarren Ideologie des Tacheles-Vereins. Der Maler Volker Witte meint hingegen, dass er sich zum Streit nicht positionieren wolle: Er hat Angst, dass Reiter das Atelier kündigt. Andere, Tim Roeloffs oder Mediengruppe Telekommander, denken bereits um: Schluss mit Streit.

Doch selbst eine Aufarbeitung der vergangenen Jahre will Reiter verhindern. Die Internet-Publikation von Reiter veröffentlichter Infobriefe will er letztes Jahr gerichtlich unterbinden und fordert Schadensersatz – wegen Copyright. Wie ist es da noch zu verstehen, wenn er zum 21. Geburtstag des Tacheles im Februar 2011 ein Verbotsschild ausstellt: „Aus urheberrechtlichen Gründen ist jegliches Leben sofort einzustellen“. Zynisch? Gaga? Im Tacheles gibt es dafür inzwischen ein Wort: Martin Reiter.

Insgesamt wurden im Tacheles über 150 Prozesse mit rund 400000€ Gesamtkosten – für beide Seiten – geführt.

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Prof. Mark Naison: Why City of Berlin Should Purchase Tachales and Turn it into a Public Resource FR 01. APRIL 2011

As a scholar, and cultural activist, who has developed a deep affection for the City of Berlin, I would like to urge that the City of Berlin purchase the land on which Tacheles is located at the upcoming auction in April. Tacheles is not only a tremendous economic and cultural resource for the City of Berlin, it has been a source of inspiration for arts groups around the world seeking creative use of once abandoned urban space. I have seen this operate first hand when a musical group I helped bring to Berlin, Rebel Diaz, who performed several times at Cafe Zapata in Tacheles decided, upon their return to the Bronx, to transform an abandoned candy factory in the South Bronx into a community arts space. This has been repeated by arts groups around the world. Tacheles is an international symbol of popular creativity in the face of political upheaval and economic
hardship. To artists and cultural workers, it is as important a symbol of Berlin as the Tower or the Brandenburg Gate.

To allow this incredible cultural space to fall into the hands of developers and be transformed into an upscale shopping center or luxury hotel would be an unspeakable tragedy, a negation of the creative spirit that has transformed Berlin the premier cultural center in Europe. It would also deprive Berlin of a precious cultural
resource, a center of artistic and musical create and a symbol of a heroic period in the global struggle for Democracy when ordinary people took history into their own hands.

So, my German friends, please make sure that Tacheles survives in its current form, as a public resource. Now, with the global economic crisis creating vacant commercial spaces crying out for creative uses, we need Tacheles more than ever.

Sincerely

Mark D Naison Phd.
Professor of African American Studies and History
Fordham University,
Principal Investigator, Bronx African American History Project
Founding Member, Bronx Berlin Youth Exchange.

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Tacheles-Künstler zeigen Wolfgang Schäuble an DO 31. MÄRZ 2011

Um die Tacheles-Zwangsversteigerung durch die HSH Nordbank am 4. April im letzten Moment zu verhindern, zeigen Tacheles-Künstler den Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wegen Veruntreuung an. Der Bund der Steuerzahler hatte den Bundesfinanzminister aufgefordert, die Rückabwicklung des Tacheles-Verkaufs vom Bund an Fundus 1998 zu prüfen, weil der damalige Käufer sein Bauvorhaben nicht vertragsgemäß bis Ende 2005 realisiert hatte. Obwohl aus der Rückabwicklung erhebliche Einnahmen des Bundes entstehen würden (ca. 25 Mio. €), geht das Finanzministerium darauf in seiner Begründung nicht ein und argumentiert, eine Rückabwicklung sei nur möglich, wenn der dem Kaufvertrag zugrundeliegende Investitionsvorrangbescheid widerrufen werde. Was aber nicht möglich sei.

Eine Einschätzung, die der Bund der Steuerzahler scharf kritisiert und nun erneut an den Finanzminister schreibt. „Die Ausführungen [des Bundesfinanzministeriums] sind sachlich und rechtlich unzutreffend und verstärken den Eindruck, dass hier eine Angelegenheit, die vorsichtig ausgedrückt ausgesprochen unglücklich gelaufen ist, möglichst nicht weiter angerührt werden soll. Dies ist aus unserer Sicht nicht zu akzeptieren“ heißt es dazu in einem dem Schreiben des BdSt beiliegenden juristischen Kommentar der Kudamm-Anwälte SKW Schwarz. Es gibt demnach sehr wohl die rechtliche Möglichkeit des Bundes, den damaligen Kaufvertrag rückabzuwickeln: „Der Bund muss keinesfalls tatenlos zusehen“.Inzwischen setzt sich neben der Berliner Politik auch die Bundestagsabgeordnete Eva Högl (SPD) beim Finanzminister und beim Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz, der Einfluss auf die landeseigene HSH Nordbank nehmen kann, für die Rückabwicklung des Kaufvertrags bzw. das bestehende Kaufgebot durch die Gruppe Tacheles ein.

Erst letzte Woche hatte die HSH Nordbank, die die Zwangsversteigerung des Grundstücks betreibt, ein von Politik und Öffentlichkeit positiv aufgenommenes Kaufangebot der Gruppe Tacheles für das Gebäude (1253qm) und 1000qm Hoffläche für 2,84 Mio. € brüsk abgelehnt. Obwohl sich die Eigentumsverhältnisse am Montag ändern, droht die HSH Nordbank erneut mit Räumung und einer Millionenrechnung für die Nutzung des Tacheles durch die Künstler. Dies verstärkt den bereits bestehenden Verdacht, dass das Gelände hinter den Kulissen verschachert wurde und der neue Investor die alte Politik der HSH Nordbank, die Künstler zu vertreiben, nahtlos fortsetzen wird.

Die Künstler erhoffen sich von der Anzeige, dass das Kunsthaus im Finanzministerium zur Chefsache erklärt wird und unterstreichen ihre Gesprächsbereitschaft.

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Nach Tacheles-Kaufgebot: HSH Nordbank droht Künstlern mit Räumung und finanziellen Forderungen FR 25. MÄRZ 2011

Die HSH Nordbank reagiert auf das Kaufgebot der Gruppe Tacheles für das Kunsthaus mit weiterer Eskalation auf die für Haus und Hof (rd. 2500 qm) angebotenen 2,84 Mio. €. Im Antwortschreiben der HSH heißt es, die Künstler und Gewerbetreibenden hätten die von Ihnen genutzten Flächen herauszugeben und bis zur Räumung ortsübliche Nutzungsentschädigungen zu zahlen. Die Arroganz der Macht. Doch die Gruppe Tacheles will weiter verhandeln.

Ziel der Gruppe Tacheles ist es, das Areal für alle derzeitigen und künftigen Künstler und Nutzer zu erhalten, dringend notwendige Investitionen in den Instandsetzung und Aufbau von Werkstätten und Ateliers und die Verbesserung der Infrastruktur zu leisten, verkrustete Strukturen zu demokratisieren und in den letzten Jahren durch den Tacheles e.V. abgewickelte Kunstbereiche zu reaktivieren.

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Tacheles will Tacheles kaufen MO 21. MÄRZ 2011

Das Tacheles will das Tacheles mit adäquater Hoffläche kaufen und hat der HSH Nordbank noch im Vorfeld der Zwangsversteigerung am 4. April ein Kaufgebot unterbreitet.

Die Gruppe Tacheles bringt sich als Käufer für das Kunsthaus Tacheles ins Spiel und bietet 2,84 Mio. € für das Haus (1253qm Grundfläche) und zusätzliche 1000qm Hoffläche. Ziel sei, das Areal für alle derzeitigen und künftigen Künstler und Nutzer zu erhalten und dringend notwendige Investitionen in den Aufbau neuer Werkstätten und Ateliers und die Verbesserung der Infrastruktur zu leisten.

Monatlich wären nach Angaben der Gruppe Tacheles Mieten und Einnahmen von rund 20000€ erforderlich, um für den Kauf über 20 Jahre aufgenommene Kredite abzuzahlen, Kultur quer zu finanzieren und das Haus in eine gemeinnützige Stiftung zu verwandeln. „Die Künstler müssen mit keiner großen Mieterhöhung rechnen und tragen mit ihren Mieten dazu bei, dass das Haus nach zwanzig Jahren der Öffentlichkeit gehört“.

Voraussetzung einer Einigung mit der HSH Nordbank ist jedoch deren Bereitschaft, das wesentlich kleinere Tacheles-Areals vom aus 16 Grundstücken bestehenden Gesamtareal von 25300qm zu trennen. Bislang setzte die HSH auf Zwangsmaßnahmen und klagte u.a. den Tacheles Trägerverein in die Insolvenz, versuchte mehrfach das Wasser abzustellen und Teile des Tacheles zu räumen – glücklicherweise ohne Erfolg.

In einer ersten Stellungnahme der HSH Nordbank zum Kaufgebot heißt es, das Angebot könne „keine Berücksichtigung finden“, da „alle Bietinteressenten nur an den Erwerb des gesamten Areals Interesse haben“. Die Versteigerung des Areals als Gesamtpaket wurde von der HSH gerichtlich erzwungen. Ursprünglich waren vom Amtsgericht Mitte Einzelversteigerungen angesetzt worden, zumal diese meist zu höheren Verkaufserlösen führen würden.

So drängt sich der Verdacht auf, dass das Tacheles absichtlich verdrängt werden soll – möglicherweise, um unter gleichem Namen angesichts von jährlich 500000 Tacheles-Besuchern lukrative Geschäfte machen zu können. „Ein Yuppie-Plagiat des Tacheles im Mitte-City-Stil wird scheitern“ heißt es dazu von der Gruppe Tacheles: „Wo Tacheles draufsteht, muss auch Tacheles drin sein“.

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Grüne fordern: Einigt Euch | Kritik am Tacheles immer lauter SA 12. MÄRZ 2011

In getrennten Gesprächen mit der Gruppe Tacheles und Martin Reiter [Tacheles e.V.] verknüpfen die Berliner Grünen eine nachhaltige Unterstützung für das Haus mit einer Lösung der internen Streitigkeiten. Auch das Ausbleiben von Kulturfördermitteln seit 2002 stehe in direktem Zusammenhang mit dem Zerwürfnis hieß es von Vertretern der Grünen-Fraktion.

Unterdes spitzt sich der interne Streit wieder zu. Bereits in den letzten Monaten hatte sich der Tacheles e.V. als Reaktion auf Verhandlungsangebote der im Sommer gegründeten Gruppe Tacheles auf A1-Plakaten vom neuen Zusammenschlusses distanziert: „Alkoholismus ist keine Kunst“ heißt es dort, insbesondere mit Blick auf die im Zapata stattfindenden Pubcrawls.

„Pubcrawls sind scheiße, aber notwendig, um Kunst und Musikveranstaltungen zu finanzieren“ heißt es dazu von der Gruppe Tacheles. Im übrigen finanziere sich der Verein doch selbst durch Clubs und Bars im Gebäude und vermiete ehemalige Galerieflächen an Import-Schmuckhändler. Mit Musikveranstaltungen, u.a. mit dem Haus der Kulturen der Welt oder dem Festival für Musik und Politik, eigenen Werkstätten [Kalerie, Emma-Goldman-Hotel und der verbündeten Metallwerkstatt], dem Aufbau von neuen Arbeits- und Präsentationsstätten auf dem Gelände und im Internet setze man ohnehin auf ein künstlerisches Profil. „Einige von uns seit 21 Jahren“.

Auslöser der jahrelangen Streitigkeiten ist ein Mietboykott. Zahlreiche Tachelesen hatten als Reaktion auf Vereinssauschlüsse und Räumungsversuche die Mietzahlungen an den Verein bis zu Vorstands-Neuwahlen auf Eis gelegt und fordern die Demokratisierung des Tacheles. Erfolglos. Martin Reiter erklärt die Demokratisierung zu einem Bluff und Erpressungsversuch. Die – laut Satzung – jährlichen Vorstandswahlen lassen darum mittlerweile seit neun Jahren auf sich warten.

Auf Facebook legte der Tacheles e.V. in den letzten Wochen nach und bezeichnete die rund 100 Gegner im Haus erneut als Mafiosi, Betrüger, Zuhälter und Faschisten, darunter Mitglieder von SPD und Grünen. Zapata-Chef Ludwig Eben, Mit-Initiator der Gruppe Tacheles, gilt als Hauptgegner und wird als geistig behinderter, drogensüchtiger Kleinwüchsiger bezeichnet. Bis 2002 hatte er mit seinem Alternativbetrieb das Haus querfinanziert. „Wenn es reguläre Neuwahlen gibt, zahle ich wieder“ betont er.

In ungebrochener Kampfstimmung zündelt Martin Reiter jedoch weiter und verteilt Pamphlete in der Tacheles-Nachbarschaft, in denen er zu weiteren Lärmanzeigen gegen das Café Zapata aufruft. Hintergrund der verstärkten Lärmanzeigen in den letzten Monaten sei jedoch u.a. die vom Tacheles e.V. im ersten Stock des Hauses im ehemaligen Vereinsbüro neu eröffnete Bar heißt es von der Gruppe Tacheles: „Das Zapata hat den effektivsten Lärmschutz in Berlin-Mitte“.

In dem von Reiter und Pressesprecherin Linda Cerna unterzeichneten Schreiben, dem „als Dankeschön“ Ausstellungskataloge beiliegen, heißt es: „Wir versichern ihnen, dass wir mit Pub Crawling, Komasaufen, Drogendealern und rücksichtsloser Lärmverursachung nichts zu tun haben (…). Die letztklassige Zapata-Bar und ihr rein kommerzielles Umfeld schaden dem Tacheles von Beginn an“. Der Verein weigere sich seit Jahren, sich an gemeinsamen Sicherheits-, Lärm- und Müllstrategien für das Haus zu beteiligen und lasse das Haus verwahrlosen, heißt es dazu von der Gruppe Tacheles.

Man könne den Nachbarn mit Ordnern von Materialien belegen, dass Herr Eben „das Tacheles in den vergangenen elf Jahren mit über hundert Prozessen überzogen“ habe „nur um seine Verträge nicht einhalten zu müssen“. Insgesamt wurden im Tacheles über 150 Prozesse mit rund 400000€ Gesamtkosten – für beide Seiten – geführt. „Wir wollen endlich den Ausstieg aus der Hassspirale“ erklärt die Sprecherin der Gruppe Tacheles Katrin Maßmann. Sie ist selbst Mitglied des fünfköpfigen Tacheles-e.V.-Vorstands und betreute früher das Theater  – bis Martin Reiter den staatlich geförderten Theaterbereich abwickelte und den Raum zur Vermietung freigab. Als Vorstand tritt er heute allein auf.

Hintergrund für Reiters neue Kampagne könnte neben der Absage durch die Grünen auch das Auftauchen eines satirischen Martin-Reiter-Songs auf Youtube sein, in dem er sich als „Mr. Tacheles“ den wohlwollenden Friedensaufrufen von Rosa Luxemburg, John Lennon und Mahatma Gandhi mit überdrehten Hassparolen widersetzt.

„Die Leute müssen denken: Das Tacheles ist verrückt geworden“ heißt es in einer ersten Stellungnahme von Katrin Maßmann am Telefon: „Unsere De-Eskalations-Strategie ist offensichtlich endgültig gescheitert“.

Eben und Maßmann wollen nun Anzeige gegen Martin Reiter und Linda Cerna erstatten und auf Unterlassung klagen. Dennoch betonte Maßmann, dass man weiter für Verhandlungen offen sei. „Nur mit wem? Die Künstler im Haus sind entweder stumm, beleidigt oder aus Frust ausgezogen. Und Reiter hat sich viel zu tief reingeritten, um jemals zurück zu können“. Das öffentliche Austragen interner Streitigkeiten müsse jedoch endlich der Vergangenheit angehören. „Wir wollen doch im Grunde das gleiche: Einen einzigartigen Freiraum mit Strahlkraft in alle Welt erhalten und mit neuer Kunst beleben“ betont die Sprecherin der Gruppe Tacheles.

Schützenhilfe erhält der Tacheles e.V. von überraschender Seite: Laut Shopping-Mall-König Harm Müller-Spreer in der taz geht es im Tacheles nur „um Kommerz“. Allerdings meint er das ganze Haus.

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.Galeria Tacheles SO 27. FEBRUAR 2011

Auf 85.000 Quadratmetern Verkaufsfläche (so groß wie 12 Fußballfelder!) bieten unsere 180 Geschäfte Mode, Dienstleistungen, Technik sowie Cafés und Restaurants und vieles andere mehr – täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr und jeden Samstag bis 22.00 Uhr. Spannende Events und beste Unterhaltung für die ganze Familie runden unser prallvolles Angebot für Sie ab.

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B.Z. strikes back: Tacheles als Shopping Mall -
Seid ihr eigentlich noch ganz bei Trost?
SO 27. FEBRUAR 2011

Harald Huth hat BWL studiert. Jetzt setzt sich die B.Z. für den Geschäftsführer der H.F.S. Hypo, einer Tochter der Bayrischen Hypovereinsbank und einer der größten Fondsdealer Deutschlands, als Tacheles-Käufer ein: “Als kleiner Junge liebte er es, auf Baustellen herumzutoben”. Heute tobt er sich als potenter Player aus: „Auf 17.000 Quadratmetern planen wir Einzelhandelsflächen, auf 50000 Quadratmetern Wohnungen und Büroräume.“

Die Hypovereinsbank hat u.a. wegen des “größten Bilanzskandals der deutschen Nachkriegsgeschichte” (“Die Zeit”) Schlagzeilen gemacht und gehört seit 2005 zur italienischen Unicredit Group, einer der größten europäischen Banken, die vor allem in Osteuropa Banken eingekauft hat und nach eigenen Angaben über 40 Millionen Kunden betreut. Huths H.F.S. ihrerseits ist nicht nur für Großprojekte des Kontrollkapitalismus wie die Neuköllner Gropius-Passagen, sondern auch wegen Anleger-Betrugs mit irreführenden Renditeangaben einschlägig bekannt. Wegen ihres “Potsdam Centers” drohte gar die Unesco, der Stadt Potsdam den Status als “Weltkulturerbe” abzuerkennen. Jetzt beschäftigt sich Huths Team, laut B.Z., ähnlich intensiv mit dem Tacheles.

Derweil setzt sich der Bund der Steuerzahler für die Rückabwicklung des Tacheles-Verkaufs von 1998 ein. Investor Fundus, ebenfalls Fondsdealer, hat die Frist zur Baurealisierung verletzt. Dann platzen feuchte Investmentträume und das Gelände fällt an den Bund zurück.

Kultur mit Christbaum: Gropiuspassagen

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Zwangsverwaltung plant Räumung der Metallwerkstatt FR 25. FEBRUAR 2011

Die Metallwerkstatt hat diesen Mittwoch die gerichtliche Mitteilung erhalten, dass der bereits gegen die Metallwerkstatt bestehende (fehlerhafte) Räumungstitel umgeschrieben wurde. Rechtlich ist diese Vorgehensweise der Zwangsverwaltung kaum haltbar, da sich ein Räumungstitel gegen Mieter x nicht ohne ein neues Verfahren auf Mieter y umschreiben lässt. Erfahrungsgemäß dauert es jetzt etwa 2-4 Wochen bis der gelbe Brief vom Gerichtsvollzieher einen konkreten Termin ankündigt. Die derzeitige Zwangsverwaltung bleibt bis Ende April im Amt, kann also sogar nach der Versteigerung noch weiter räumen. Diese Absicht besteht zweifelsfrei.

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Wasserspiele 2011 | Wirtschaftssenator Wolf verhandelt mit Wasserwerken DO 24. FEBRUAR 2011

Eine Woche Aufschub: So viel ließ Wirtschaftssenator Wolf über seinen Sprecher telefonisch verlauten. Inzwischen verhandelt Wolf mit den Wasserwerken, die ohne Not die Wasserversorgung des Tacheles einstellen wollen. Sonst wird das Wasser kommenden Freitag (4.03.) abgestellt. Eine Bestätigung seitens der Wasserwerke steht noch aus.

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Tacheles Wasserspiele 2011 DO 24. FEBRUAR 2011

Hochdruck. Gespräche mit Senat, Wasserbetrieben und Presse. Agenturmeldung: Bund der Steuerzahler fordert den Finanzminister zur Rückabwicklung des Tacheles-Verkaufs auf. Konferenzen. Senator Wolf verhandelt mit den Wasserbetrieben. Künstler füllen Wasserkanister. Noch versucht die Gruppe Tacheles – gestützt durch überwältigenden, teilweise unerwarteteten Support (die Feuerwehr will einen Schlauch spenden) – die für morgen anstehende Wasserabschaltung abzuwenden und plant parallel Plan B und C: Irgendwas geht immer. Und: Wenn die Bundesrepublik jetzt den Kaufvertrag von 1998 rückabwickelt, ist das Tacheles endlich dauerhaft zu retten. Dann fließt auch wieder das Wasser. Hoffentlich im ganzen Haus.

Hintergrund der Wasserabschaltung: Die Gruppe Tacheles hat vor Gericht geklagt, um einen Rechtsanspruch auf Wasserversorgung durchzusetzen – und verloren. Demnach sind die Wasserwerke nicht verpflichtet, dem Tacheles Wasser zu liefern. Dass von dieser Möglichkeit – gegen alle Absprachen – tatsächlich Gebrauch gemacht wird, ist hingegen mutmaßlich auf das Einwirken der derzeitigen Tacheles-Zwangsverwaltung, die nach wie vor Schließung und Räumung des Tacheles anstrebt, auf die Wasserbetriebe zurückzuführen. Erst letzte Woche konnte die für den 2. März geplante Räumung von Café Zapata und Studio54 gerichtlich verhindert werden.

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Sensation: Bund der Steuerzahler fordert Finanzminister zur Rückabwicklung des Tacheles-Verkaufs auf MI 23. FEBRUAR 2011

Sensation im Tacheles-Immobilien-Skandal: Der Präsident des Bunds der Steuerzahler, Herr Däke, “hat gestern den Bundesfinanzminister angeschrieben mit der dringenden Bitte, die Bundesoption einer Vertragsrückabwicklung ins Auge zu fassen”, so der Bund der Steuerzahler. Damit erhält die Gruppe Tacheles endlich auch von offizieller Seite Brief und Siegel, dass die in den letzten Wochen veröffentlichten Erkenntnisse stichhaltig sind und eine reale Chance besteht, den Verkauf des Geländes an Fundus 1998 rückabzuwickeln. Hintergrund: Fundus hatte gegen Auflagen des Kaufvertrags verstoßen. Durch die darum rechtlich gebotene Rückabwicklung wird eine erhebliche Vertragsstrafe von 18,4 Mio. € für Fundus fällig und der Bund erhält das Gelände zurück. Das Tacheles könnte dann erhalten bleiben.

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Wasserwerke stellen am Freitag die Tacheles-Wasserversorgung ein DI 22. FEBRUAR 2011

In einem heute zugestellten Schreiben der Berliner Wasserwerke wird die Einstellung der Tacheles-Wasserversorgung zum 25.02.2011 angekündigt. Davon betroffen sind in erster Linie die Mitglieder der Gruppe Tacheles, da die im Tacheles e.V. organisierten Künstler sich bereits seit einigen Monaten mit einer Regenwasseranlage selbst versorgen.

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Zitterpartie: Zapata-Räumung am 2. März gescheitert
MO 21. FEBRUAR 2011

Sektlaune im Zapata und Studio54. Die für den 2. März geplante Räumung der beiden Tacheles-Locations ist im letzten Moment vor Gericht gescheitert. Die derzeitige Tacheles-Zwangsverwaltung Titz und Tötter lässt nach wie vor nichts unversucht, um das Kunsthaus doch noch vor der Zwangsversteigerung Anfang April zu räumen, und hatte vor Gericht zunächst erfolgreich erreicht, dass ein gegen frühere Mieter der Räume bestehender Räumungstitel auf die jetzigen Mieter umgeschrieben wird – ohne diesen etwas davon mitzuteilen, geschweige denn zum Fall anzuhören. Das Landgericht Berlin erklärte die Umschreibung jetzt in letzter Minute für unzulässig.

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Immobilien-Skandal um Fundus-Gruppe | Bund will kein Tacheles
FR 18. FEBRUAR 2011

Mit viel Mühe ist es der Gruppe Tacheles gelungen, den Kaufvertrag des Grundstücks, auf dem Tacheles steht, zu erhalten. Zugleich konnte der sog. “Feststellungsbescheid” der BIMA (Immobilienbehörde des Bundes) endlich auch eingesehen werden. Daraus ergibt sich, dass die BIMA auf die Rückgabe des Grundstücks und auf die Strafzahlung i.H. von 18,4 Mio €, die der Käufer Fundus für die Nichtdurchführung des Bauvorhabens leisten müsste, verzichtet! Laut Bescheid hat Fundus “unverschuldet” nicht gebaut! Eine Begründung für den bizarren Schritt liefert der Bescheid nicht.

Weil damals das Grundstück dank Investitionsvorrangbescheid (IVB) ohne Ausschreibung zu günstigsten Konditionen an Fundus verkauft wurde und bei erneuten Verkauf mit Ausschreibung ein Mehrerlös von mindestens 7 Mio € möglich ist, verschenkt der Bund mindestens 25 Mio. €. Aus diesen Gründen scheint für die Fundus-Fraktion die Zwangsversteigerung besonders notwendig, da mit diesem Akt die Grundbuchakte neu aufgelegt wird und jeglicher Widerruf unmöglich wird.

Nebenher war der IVB für das Grundstück des Tacheles nicht gerechtfertigt: IVBs hatten in der Nachwendezeit den Zweck, Immobilien von Restitutionsansprüchen zu befreien, um schnelle Investitionen in den neuen Ländern zu ermöglichen. Da das Grundstück vor 1949 enteignet wurde und lt. Einigungsvertrag nicht restitutionsfähig ist, wurde der IVB für den Investor Fundus offenbar nur erlassen, um eine öffentliche Ausschreibung zu verhindern. Es bietet sich daher für den Bund an, den IVB für nichtig zu erklären.

Dass Fundus bei den Zwangsräumungen und der Zwangsversteigerung über Sub-Firmenkonstrukte sowohl als Gläubiger UND als Schuldner vertreten ist, bestätigt, dass der Investor einmal mehr – kräftig von Bund und Banken unterstützt – ein doppeltes Spiel spielt.

Da das Tacheles offenbar ein gewollter Kollateralschaden in diesem Spiel ist, werden wir versuchen die Zwangsversteigerung zu stoppen, damit erst geklärt werden kann, wer Eigentümer des Grundstückes ist. Unsere Absicht ist weiterhin Anmietung oder Kauf des Kunsthauses Tacheles mit adäquater Hoffläche und Erhalt für die derzeit hier arbeitenden Künstler und Gewerbetreibenden.

L.Eben | Cafe Zapata | Gruppe Tacheles im Kunsthaus

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Bund lässt sich Tacheles-Liquidierung 25 Mio. € kosten DO 17. FEBRUAR 2011

Die Bundesrepublik schießt den Vogel ab: Jetzt bekannt gewordene Dokumente zeigen, dass die öffentliche Verwaltung die Tacheles-Rettung aktiv verhindern will und dazu sogar auf 18 Mio. € Strafe verzichtet, die für den vertragsbrüchigen Investor Fundus fällig sind. Dieser hatte das Gelände 1998 gekauft, aber das geplante Bauvorhaben nicht realisiert. Für diesen Fall sieht der Vertrag eine Strafzahlung vor. In einem sog. “Feststellungsbescheid” der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) vom Juli 2008 heißt es jedoch, der Investor habe sein Bauvorhaben “unverschuldet nicht begonnen”. Damit verzichtet der Bund auf 18 Mio. € Vertragsstrafe und implizit auch auf die Rückabwicklung des Kaufvertrags, die das Kunsthaus Tacheles vor dem Aus retten würde und zu weiteren Millionen-Einnahmen des Bundes durch den gestiegenen Wert der Immobilie führen würde. Eine Begründung für diesen bizarren Schritt liefert der Bescheid nicht.

pdf-Download: BIMA Feststellungsbescheid

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Tacheles Sale: A cut and dry case for the courts of law
MI 16. FEBRUAR 2011

Just in time for the 21st Tacheles anniversary the purchase contract for the property from 1998 has finally been made public by the Tacheles Group, an association of Tacheles artists and craftsmen. Now it is manifest, that the German government has the legal possibility to revert the agreement with the buyer, the Fundus GmbH, since the real estate company has infringed the contract by not realizing the construction works planned on the Tacheles area. Due to a substantial penalty for Fundus and an increased market value of the the 23600sqm property in Berlin´s center this would mean a profit of at least € 25 million. It would also help to make the Tacheles art space (around 1250sqm), which is acutely threatened by foreclosure and eviction, permanent. At the same time, there is increasing evidence of economic crime involved.

In a research paper for the Tacheles Group the law firm SKW Schwarz points out that the deadline for the realization of the construction project was December 31st, 2005. Since nothing was ever built, the rescission of the contract by the former owner, the Federal Republic of Germany, can and should be the legal conclusion. The property would then be returned to the federal government.

Previous findings by the law firm had already suggested that the priority investment notice (Investitionsvorrangsbescheid (IVB)) issued by the federal government in 1995, which created the legal basis for the sale of the property, is illegal and has to be declared invalid by the authorities. Now, the federal government has a second compelling option to unwind the contract and to preserve the public art space in Berlin’s center.

For the German government and taxpayers the rescission would not only mean a cultural gain but would also be economically profitable. Though the former purchase price (€ 30.9 million) would have to be refunded to the buyer, he would have to pay a substantial penalty of € 18.4 million. Additionally, the properties´ value has increased: At least € 35 million according to the (conservative) valuation of the governmental land value report from 2010 (not including the value of already existing buildings – around € 8 million).

At the same time, there is more and more evidence of economic crime involved in the former sale. Fundus GmbH had acquired the site in 1998 for dream conditions. The investor did not have to put any of his own money into the project and was generously sponsored by government owned banks: € 75.25 million mortgage fund have been taken on the property. No one knows where the money is now. Subtracting money used by Fundus for buying the property and money used for the rehabilitation of the Tacheles building (about € 6.4 million), there still remain € 37.95 million.

There are strong suspicions, that this money has been transferred between different companies of the Fundus real estate empire – to be able to keep the money while losing legal liability. These are the documented facts: 1. After The Fundus GmbH acquired the property in 1998, it was transferred to the sub-company Johannishof Projektentwicklung GmbH, which apparently is insolvent now. That´s why the property is now managed by the creditors, that want to evict the Tacheles. 2. Besides the main creditor, the HSH Nordbank, there is another company, the Bredero GmbH, that has indexed a claim of € 30 million in the register of real estate. This company is part of the Fundus empire, ironically turning the Fundus company into a creditor of itself.

This model has already been applied in other Fundus construction projects: Bredero raises claims on ailing companies in the Fundus group, secures remaining cash and continues to decide about the future of the project as a member of the consortium of creditors. The winner therefore always is Anno August Jagdfeld, the boss of the Fundus group and close friend of former chancellor Helmut Kohl. The loser is the taxpayer and the public. A cut and dry case for the courts of law.

To preserve a renowned free art platform in the center of Berlin and re-invent this unique space, the Tacheles group finally wants to shed light onto the German shadow economy and either rent or buy the Tacheles. Taking the pending evacuation of Tacheles 2011 into consideration, the pre-condition must be fast and reasonable political action by the federal government.

THE SALE OF TACHELES IN 1998 MUST BE UNDONE

All documents for download: http://www.kunsthaus-tacheles.de/tacheles_skandal.zip

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Forum der NichtArbeit | Interview mit Ludwig Eben MO 14. FEBRUAR 2011

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Martin Reiter für den Staat DI 01. FEBRUAR 2011

In seinem Beitrag “Weiterführendes Brauchtum” auf kritikdesign.blogspot.com nennt Tacheles e.V. Chef Martin Reiter drei mögliche Szenarien für die zukünftige Entwicklung des Tacheles und fordert erneut den Kauf des Tacheles durch den Senat.

Szenario 1: “Ein Investor kauft die 25 000 m² am Tacheles und entwickelt ein Bauprojekt”. Dies sei jedoch sinnvoll nur möglich “unter Einbeziehung der Künstler des Tacheles”. “Würde “gegen” das Kunsthaus eine Projektentwicklung durchgeprügelt, ist mit unangemessenen Kosten, politischen Konflikten und medialen Verwerfungen zu rechnen”.

Das zweite Szenario “Die Bank ersteigert selbst” bezeichnet Reiter als “unverfroren”.

Als drittes Szenario fordert er “echtes Public Private Partnership” und bringt erneut “den Rückkauf der Immobilie durch das Land Berlin” ins Spiel, die die Politik nach wie vor ablehnt. Die Vorteile seien enorm, so Reiter: “Berlin investiert in sich selbst und entwickelt schrittweise ein Kunstquartier, das es so noch nicht gibt in der Welt. Investoren können partizipieren, aber unter direkter Federführung der öffentlichen Hand. (…) Die Berliner entscheiden mit, das Kunsthaus Tacheles wird von einer öffentlich rechtlichen Stiftung übernommen und weiterentwickelt”.

Die Schuldenkrise habe klar bewiesen, dass der private Sektor deutlich schlechter als die öffentliche Verwaltung arbeite. “Es wird Zeit, dass die Politik wieder an die Arbeit geht, gestaltet und verwaltet, Interessen ausgleichend wirkt und Demokratie verwirklicht, die Zeiten als Handlanger eines wild gewordenen Zombiekapitalismus sind vorbei”.

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Deutschland verschenkt sich: Tacheles-Kaufvertrag endlich öffentlich DO 27. JANUAR 2011

Rechtzeitig zum 21. Jahrestag des Kunsthaus Tacheles am 13. Februar 2011 ist der Tacheles-Kaufvertrag von 1998 endlich öffentlich. Jetzt steht fest: Die Bundesrepublik kann und muss ihr damaliges Geschäft mit der Fundus GmbH rückgängig machen, da der Käufer durch jahrelange Untätigkeit die Frist für die Realisierung des Bauvorhabens überschritten hat. Die Rückabwicklung würde für Bund und Steuerzahler durch den gestiegenen Marktwert des Grundstücks und eine beträchtliche Vertragsstrafe für Fundus einen Gewinn von mindestens 25 Mio. € bedeuten und den akut von Zwangsversteigerung und Zwangsräumung bedrohten Kunstraum im Zentrum Berlins dauerhaft erhalten helfen. Gleichzeitig verdichten sich Hinweise auf Wirtschaftskriminalität beim damaligen Verkauf.

In einer Recherche für die Gruppe Tacheles verweist die Anwaltskanzlei SKW Schwarz auf die im Kaufvertrag geregelte Realisierungfrist für das Bauvorhaben von Fundus bis zum 31.12.2005. Da niemals gebaut wurde, drängt sich der gesetzliche Rücktritt des Bundes vom Kaufvertrag und die Rückabwicklung auf. Das Grundstück fiele dann an den Bund zurück.

Bisherige Erkenntnisse hatten bereits nahegelegt, dass der Investitionsvorrangbescheid (IVB) von 1995, der die rechtlichen Grundlage für den Verkauf schuf, rechtswidrig ist (siehe Infotext »Nichtigkeit des IVB«) und vom Bund für nichtig erklärt werden muss. Nun verfügt der Bund über eine zweite zwingende Option, den Kaufvertrag rückabzuwickeln und öffentlichen Kunstraum in Berlins Zentrum zu erhalten.

Für Bund und Steuerzahler wäre die Rückabwicklung nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich gewinnbringend. Der Kaufpreis (30,9 Mio. €) für das 23600qm große Gesamtareal müsste zwar vom Bund an den Käufer rückerstattet werden. Doch einerseits ist das Grundstück heute deutlich mehr wert: Rd. 35 Mio. € laut Bodenrichtwertgutachten von 2010 (ohne Immobilienwerte). Andererseits wird eine beträchtliche Vertragsstrafe für die Fundus Gruppe fällig. Im IVB sind zwanzig Prozent der geplanten Investitionssumme von 180 Mio. DM (92 Mio. €) festgelegt, die bei Rückabwicklung des Vertrags von der zurückzuerstattenden Kaufsumme abgezogen werden.

Zwar wurde die Investitionssumme seinerzeit für den Vertrag sträflich niedrig gerechnet (400 Mio. € hatte ein Fundus-Sprecher im Tagesspiegel angesetzt), aber immerhin geht es noch um 18,4 Mio. € Steuergelder, auf die die Bundesrepublik durch weitere Vernachlässigung ihres Mandats verzichtet.

Ebenso fällt die von Fundus zur Finanzierung des Kaufs seinerzeit aufgenommene Grundschuld nicht an den Bund zurück: »Es dürfte also nicht so sein, dass (…) die Bundesrepublik selbst auf einem mit Grundschulden belasteten Grundstück sitzen bleibt« schreiben die Rechtsanwälte von SKW Schwarz.

Gleichzeitig verdichten sich Hinweise auf Wirtschaftskriminalität beim damaligen Verkauf. Die Fundus GmbH hatte das Areal 1998 zu Traumkonditionen erworben. Der Investor ging ohne eigenes Geld in das Geschäft und ließ sich von öffentlichen Banken großzügig sponsern: 75,25 Mio. € Grundschuld hatte Fundus auf das Grundstück aufgenommen. Der Verbleib der Kreditmillionen ist unklar. Zieht man Tacheles-Sanierung (rd. 6,4 Mio. €) und Grundstücks-Kaufpreis von der Kreditsumme ab, bleiben immer noch 37,95 Mio. €. Diese Gelder wurden entweder nie gezogen oder sind anderweitig versickert.

Inzwischen muss davon ausgegangen werden, dass die Johannishof Projektentwicklung GmbH, die als Fundus-Subfirma den Kaufvertrag übernommen hat (Umfirmierung), insolvent ist. Denn das Areal wird jetzt von der Kanzlei Titz&Tötter im Auftrag der Gläubiger von Johannishof zwangsverwaltet und soll zwangsgeräumt werden. Eine Insolvenz angemeldet haben Johannishof oder Fundus jedoch bislang nicht. Insolvenzverschleppung ist freilich eine Straftat.

Zum Gläubigerkonsortium zählt nicht nur die HSH Nordbank als Hauptgläubiger, sondern auch die Bredero GmbH, ein weiteres Unternehmen des aus dutzenden von Firmen bestehenden Fundus-Imperiums. Diese ist mit 30 Mio. € im Grundbuch eingetragen. Einer der Geschäftsführer von Bredero ist pikanterweise der ehemalige Berliner Bausenator Wolfgang Nagel (SPD). Dieser hatte als Mitglied des schwarz-roten Berliner Senats, der das Grundstück seinerzeit vom Landes- ins Bundesvermögen übergab, maßgeblich am Tacheles-Verkauf mitgewirkt.

Angesichts dieser Gläubigerverhältnisse drängt sich der Verdacht auf, dass Kreditgelder zwischen Unternehmen der Fundus Gruppe verschoben wurden. Dieses Modell wurde von Fundus bereits bei anderen gescheiterten Bauprojekten angewandt: Bredero erhebt Forderungen an schwächelnde Unternehmen der Fundus-Gruppe, sichert sich verbleibende Millionen und kann als Mitglied des Gläubigerkonsortiums zudem weiter über die Zukunft des Projekts mitentscheiden. Gewinner ist somit immer Bundesverdienstkreuzträger Anno August Jadgfeld, der Pate der Fundus Gruppe. Verlierer ist der Steuerzahler. Ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Um einen weltweit bekannten Freistaat der Kunst im Zentrum Berlins zu erhalten und freien Kunstraum ohne Zäune und Security neu erfinden zu können, will die Gruppe Tacheles endlich Licht in die Berliner Schattenwirtschaft bringen und das Tacheles-Areal mieten oder kaufen. Angesichts 2011 anstehender Räumung des Tacheles ist die Voraussetzung schnelles, vernünftiges Handeln der Politik.

DER VERKAUF DES TACHELES MUSS RÜCKGÄNGIG GEMACHT WERDEN.

DAS IST UNSER HAUS. 21 JAHRE TACHELES PARTY 13.02.11 im Café Zapata

Infos: http://www.kunsthaus-tacheles.de | http://www.tachelesinfo.de

Alle Dokumente zum Download: Hier klicken.

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Tacheles Zwangsversteigerung: Steuerzahler verliert 25 Mio. € MI 26. JANUAR 2011

Das Tacheles wird am 4. April zwangsversteigert. Für das Kunsthaus ändert sich unmittelbar nichts. Nach wie vor wird die Tacheles-Räumung von HSH Nordbank und der Zwangsverwaltung betrieben. Die Veröffentlichung des Tacheles-Kaufvertrags von 1998 durch die Gruppe Tacheles könnte die Mitte-Investmentträume platzen lassen. Jetzt steht fest: Die Bundesrepublik kann und muss ihr damaliges Geschäft mit der Fundus GmbH rückgängig machen, da der Käufer durch jahrelange Untätigkeit die Frist für die Realisierung des Bauvorhabens überschritten hat. Die Rückabwicklung würde für Bund und Steuerzahler durch den gestiegenen Marktwert des Grundstücks und eine beträchtliche Vertragsstrafe für Fundus einen Gewinn von mindestens 25 Mio. € bedeuten und den akut von Zwangsversteigerung und Zwangsräumung bedrohten Kunstraum im Zentrum Berlins dauerhaft erhalten helfen. Gleichzeitig verdichten sich Hinweise auf Wirtschaftskriminalität beim damaligen Verkauf.

Mehr Informationen.

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Titz & Tötter wollen weiter räumen DI 18. JANUAR 2011

Es wird eng. Nachdem 2010 mehrere Räumungsversuche der Tacheles-Zwangsverwalter an falsch (auf frühere Tacheles-Mieter) ausgestellten Räumungstiteln gescheitert waren, wurde nun bekannt, dass die Hamburger Kanzlei offenbar die Räumungstitel unter Umgehung des Rechtswegs auf die Nachmieter hat umschreiben lassen. Neben der im Februar geplanten Räumung von Teilen der Freifläche hinter dem Tacheles ist nun 2011 mit weiteren Räumungsversuchen zu rechnen. Rechtlich steht die von Rechtspfleger Kurth vom Landgericht Berlin beschlossene Übertragung auf tönernen Füßen, da die Räumung weiter vermieteter Räume in einem neuen Prozess zu klären wäre und die Betroffenen vollständig übergangen wurden: Erst auf Anfrage erhielten sie eine Abschrift. Opposition ist in der Pipeline.

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Quatschhaus Quakeles: Martin Reiter benennt Tacheles um DI 18. JANUAR 2011

Tacheles-e.V.-Chef Reiter sorgt für Heiterkeit. Im Januarflyer des Vereins heißt es: “Hiermit erkläre ich das Kunsthaus Tacheles zur Kunsthalle Berlin”. Zu den zwingenden Gründen des Alleingangs zählen zahllose Feindbilder: u.a. die Politik, von Lottomillionen finanzierte Kunst, “bösartig lancierte Gentrificationdebatten” (?), die 2010 geschlossene Kunsthalle am Alex und kuratierte Kunst. Im gleichen Atemzug ernennt Reiter e.V.-Sprecherin Linda Cerna und Tacheles-Künstlerin Barbara Fragogna zu Hallenkuratoren und verspricht, dass es keine “sinnfreien Podiumsdiskussionen” in seiner neuen Halle geben werde. Eine Internetseite auf www.kunsthalleberlin.org gibt es auch schon. Hier findet sich nur der Vermerk: “via.lunatica”. Der Weg des Wahnsinns?

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.Martin-Reiter-Song chartet MO 27. DEZEMBER 2010

Mit ihrer Friedensinitiative 2011 trifft die Gruppe Tacheles ins Schwarze: In nur einer Woche hat das Youtube-Video bereits 1500 Plays erzielt. Das Video ist ein humoristischer Appell von Mahatma Gandhi, Rosa Luxemburg und John Lennon an Tacheles e.V.-Chef Martin Reiter, endlich zur Vernunft zu kommen und die dringend notwendigen Reformen im Kunsthaus Tacheles zuzulassen.

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Tacheles Artists United Xmas-Party | Wednesday 4pm DI 14. DEZEMBER 2010

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.Tim Africa: A note to the artists
DO 09. DEZEMBER 2010

Sometimes, one must take oneself new freedoms. After ten years of bitter dispute in Tacheles, the expiration of rental contracts and the insolvency of the Tacheles e.V. it is about time for Kunsthaus Tacheles to move on. For soon there will be no more Tacheles e.V. and, therefore, no more head of the board Martin Reiter, no more press department and no more squatters taking rent from other squatters.

And that´s great, because art does not need any leaders. Therefore, the public beta of the new internet ArtSpace www.kunsthaus-tacheles.de is designed more open than any digital structure that has arisen from Tacheles in the past. Every artist can post his own content to his own pages. New content is cross-posted on the main page and on Facebook.

To bring works of Tacheles artists to the public, we are committed to an open licensing model (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/), which legalizes the non-commercial reproduction of art. A small group around Martin Reiter is insisting on private ownership of .jpg files and hyperlinks, even wants to legally remove historic texts – all of them distributed to the public as flyers and newsletters in the past. Wikileaks: http://www.kunsthaus-tacheles.de/institution/history/.

However, there is no future without dealing with the past – with Tacheles, it´s often as enlightening as the documentation by Klaus Tuschen from 1992: Contradictory energies have always been part of Tacheles: http://www.kunsthaus-tacheles.de/ 1992/11/25/aufgestanden-in-ruinen/ – and there have always been journalistic methods of representation. That’s my job as an editor of the new page: Documentation. I collect material. I conduct interviews, transcribe, let content be authorized, and keep my personal opinions out. Nothing more and nothing less.

So, I can only look at this with good humor: Of course, nobody can be forced to use new opportunities. Of course, I will keep on documenting publized historic opinions, because it is right, because it´s fascinating – and it´s perfectly legal as well.

At the same time, the opening of the house is slowly becoming reality – because now, not only, like Joseph Beuys said, everyone is an artist, but from now on every artist is a citizen of Tacheles: The new site is open for postings of artists worldwide supporting the philosophy of the house. An era of inner blockade is becoming history.

In recent months, the Gruppe Tacheles, as an aggregation of Tacheles users, has realized a vision and has developed a promising legal strategy to save the house. I have a clear opinion on this, documented on http://www.tacheles.info. Turning the Tacheles into a museum or a monument, the all too German “we will sue you”-mentality and the futile attempt to extort money from the government with radical leftist slogans in combination with right-wing inner politics is wrong. These strategies of the Tacheles e.V. lack coherence and have obviously failed.

The Tacheles is an association of free people. Freedom is a collective practice. That´s my philosophy, and that´s why the new page is open for all. Feel free to join in. I am looking forward to your work, your ideas, your pleasure! Please keep out fear, anger and frustration.

The anal empire is collapsing.

Best

Tim Africa, Spokesman of Gruppe Tacheles

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.Tim Africa: In eigener Sache
DO 09. DEZEMBER 2010

Manchmal muss man sich Freiheiten nehmen. Nach zehn Jahren erbittertem Streit im Tacheles, Ablaufen der Mietverträge und Insolvenz des Tacheles-Vereins ist es auch für das Kunsthaus Tacheles an der Zeit. Denn bald wird es keinen Verein mehr geben und damit auch keinen Vereinsvorstand Martin Reiter, keine Vereins-Presseabteilung und auch keine Mietzahlungen mehr von Besetzern an andere Besetzer. Die Karten werden neu gemischt.

Das ist auch gut so, denn Kunst braucht keine Bevormundung, sondern Standpunkte. Darum ist die public Beta des neuen ArtSpace www.kunsthaus-tacheles.de offener konzipiert als alles, was im Tacheles in der Vergangenheit an digitalen Strukturen entstanden ist. Jeder Künstler kann Inhalte auf eigenen Seiten posten. Neue Inhalte werden mit auf der Hauptseite und auf Facebook gepostet.

Um allen Tachelesen mehr Öffentlichkeit zu ermöglichen, haben wir uns einem rechtlichen Modell verpflichtet, das die nicht-kommerzielle Verbreitung von Kunst erlaubt (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/). Die Gruppe um Martin Reiter pocht hingegen auf Privateigentum an jpg-Dateien und Hyperlinks, will gar Archiv-Texte aus der Geschichte des Tacheles – allesamt als Flyer oder Newsletter öffentlich verteilt – gerichtlich offline nehmen lassen, 1200€ Schadensersatz. Wikileaks: http://www.kunsthaus-tacheles.de/institution/history/.

Es gibt keine Zukunft ohne Auseinandersetzung mit der Vergangenheit – beim Tacheles oft so erhellend wie die Dokumentation von Klaus Tuschen von 1992: Streit und konträre Energien gab es im Tacheles neben fantastischer Kunst schon immer: http://www.kunsthaus-tacheles.de/1992/11/25/aufgestanden-in-ruinen/) – und es gab auch journalistische Formen der Darstellung. Das ist meine Aufgabe als Redakteur der neuen Seite: Ich dokumentiere. Ich führe Interviews, transkribiere, lasse Inhalte autorisieren und halte meine Meinung raus. Mehr nicht und nicht weniger.

Ich kann es also nur mit Gelassenheit sehen: Natürlich wird niemand zur Nutzung neuer Möglichkeiten gezwungen. Natürlich werden historische Standpunkte weiterhin nüchtern und ausgewogen dokumentiert, weil es richtig ist, weil es faszinierend ist – erlaubt ist es sowieso. Die Öffnung des Hauses wird ohnehin schrittweise Realität. Denn jetzt ist nicht nur, wie Beuys sagte, jeder ein Künstler, sondern ab jetzt ist auch jeder Künstler ein Bürger des Tacheles: Die neue Seite ist für Postings von allen Künstlern offen, die die offene Philosophie des Hauses mit ihrer Arbeit unterstützen. So wird eine Ära gegenseitiger Blockade allmählich Geschichte.

Die Gruppe Tacheles hat als Zusammenschluss von Tachelesen in den letzten Monaten Neuerungen umgesetzt und eine viel beachtete Strategie zur Rettung des Hauses entwickelt. Hier vertrete ich klare Standpunkte, die auf http://www.tacheles.info nachzulesen ist: Musealisierung und Denkmalschutz, allzu deutsche “wir verklagen euch”-Mentalität und der Versuch, mit linksextremen Parolen aus der Mottenkiste von K-Gruppen Geld von der Politik zu erpressen, sind gescheiterte Ansätze des Tacheles e.V.

Das Tacheles ist ein Verein freier Menschen. Freiheit ist eine kollektive Praxis. Das ist meine Philosophie. Das neue Portal folgt diesem Gedanken und lädt alle dazu ein, ein gemeinsames Tacheles zu bauen. Ich freue mich auf Eure Arbeit, Eure Ideen und Eure Lust! Bitte lasst Angst, Wut und Frustration draußen.

Das anale Imperium kollabiert.

Tim Africa, Pressesprecher Gruppe Tacheles

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.Artspace für Tacheles-Künstler geht online
MI 08. DEZEMBER 2010

Die neue Tacheles-Page ist auf www.kunsthaus-tacheles.de online! Das Politprojekt erlaubt es Tachelesen, ihre Arbeit auf eigenen Seiten öffentlich zu machen. Verwendet wird eine Creative Commons Lizenz – Gegenmodell zur Kunst-Privatisierung durch die Content-Industrie. Auch für externe Künstler, die die Tacheles-Philosophie unterstützen, ist die Seite offen – Bewerbungen an tim.africa@kunsthaus-tacheles.de -

Lediglich die Splitter-Gruppe um Tacheles e.V. Vorstand Martin Reiter reagiert humorfrei mit Klagedrohungen und Schadensersatzforderungen – in krassem Kontrast zu den Erklärungen des Vereins, gegen Privatisierung und Ökonomisierung der Kunst einzutreten. Die öffentliche Selbstdemontage des insolventen Vereins schreitet voran. Doch die Kunst geht weiter.

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.Gruppe Tacheles will Tacheles e.V. retten
DI 07. DEZEMBER 2010

Die Gruppe Tacheles startet eine weitere hausinterne Versöhnungsinitiative. Der gegnerische Tacheles e.V. und Vorstand Martin Reiter lehnt bislang jede Einigung ab und bezeichnet die Gruppe, der sich inzwischen die Mehrheit der Tachelesen angeschlossen hat, in öffentlichen Aushängen und Internet-Erklärungen u.a. als “Café Mafia”, “Ballermann” und “Faschos”. Ziel der Initiative ist die Rettung des e.V., die Wiederherstellung der Wasserversorgung und die Instandsetzung der Heizung.

Sollte erneut keine Einigung zustande kommen, wird der Tacheles e.V. Anfang 2011 abgewickelt – das Haus würde dann – zumindest teilweise – an den Zwangsverwalter übergeben.

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.Sommer der Liebe DO 02. DEZEMBER 2010

Diesen Sommer haben sich die Leute um den Zapata-Betreiber Ludwig Eben als Gruppe Tacheles organisiert, etwa 30 Künstler, Freaks und Gastronomen. Sogar Mitglieder von SPD und Grünen sind mit dabei. Sie setzen nach jahrelangem hausinternen Streit auf einen Strategiewechsel im Konflikt mit dem Tacheles e.V. und seinem Vorstand Martin Reiter: Konflikte sollen entschärft, das Tacheles demokratisiert und das Areal durch Anmietung oder Kauf für alle dort arbeitenden Künstler erhalten bleiben. Als erstes entsteht der Tacheles-Song:

Über dem Tacheles-Areal will die Gruppe ein Denkmal der Freiheit und Versöhnung errichten: Der Berliner Riesenkranz mit einem Durchmesser von 130 Metern und über 2000 Tonnen Gewicht. Der Grundstein steht schon. Zudem planen sie einen Architekturwettbewerb für neue Künstler-Quartiere. Und es werden unter www.kunsthaus-tacheles.de eigene Internetseiten für Künstler aufgebaut. Die Gruppe will öffentlich endlich wieder mit Kunst und Debatte punkten statt mit Streit nerven. So schließen sich mit den Metallkünstlern weitere Mitstreiter der neuen Gruppe an.

Vom Streit wollen allerdings auch viele der rund 30 Künstler und Betriebe im Reiter-Flügel nichts mehr hören. Die Popart-Crew um Tim Roeloffs etwa, die im dritten Stock Drucke und Postkarten greller Punkpop-Collagen vercheckt: »Kultur kann man nicht kaufen« steht auf einer. Auf einer anderen: »Mallorca ist nicht hier«. Frieden wäre toll, allein: Es fehlt nach fast zehn Jahren bis aufs Blut geführtem Streit der Glaube.

Ein weiterer Künstler, der namentlich nicht genannt werden will, fände eine Einigung gut, hat aber Angst um sein Atelier: Was passiert, wenn Reiter kündigt? Zu den Treffen will er also lieber nicht kommen. Überall im Haus hängen die Plakate vom letzten Beef eines rausgeworfenen Künstlers mit Reiter: »Die Kunst geht weiter auch ohne Reiter«. Dieser hat den Slogan einfach übernommen und plakatiert selbst. Gehen will er vorerst nicht. Er sei ein Diktator, der seine Gegner im Haus gezielt mit Anzeigen, Klagen und Rufmordkampagnen verdränge, meinen seine immer zahlreicheren Gegner. Eben sei ein Ballermann-Raffzahn, ein Gewaltverbrecher heißt es von der Gegenseite. »Faschos raus« postet der Tacheles e.V. auf Facebook.

Da jedoch die Künstler aus dem Martin-Reiter-Flügel des Gebäudes, den Ateliers und Arbeitsräumen in den Stockwerken über dem Haupteingang des Tacheles, großteils nicht zu den wöchentlichen Tacheles-Reform-Treffen erscheinen, ist Anfang Oktober beschlossene Sache: Wenn der Reiter-Flügel bei der Demokratie nicht mitmachen will, drehen wir ihm das Wasser ab, zumal der Verdacht besteht, dass das Wasser mutwillig verschwendet wird. Seit der Insolvenz des Vereins vor zwei Jahren kommen Mitglieder der Gruppe Tacheles für die Wasserkosten des gesamten Hauses auf. In den Jahren davor hatte der Verein die Betriebskosten gezahlt – per Gerichtsbeschluss, denn freiwillig schenkt man sich im Tacheles nichts – seit 2002 der Streit zwischen dem Café Zapata und dem Tacheles-Verein ausbrach. Jetzt heißt es von der Gruppe Tacheles: Wer Wasser will, soll sich in Verbindung setzen und endlich über Reformen reden. Und für eigenen Verbrauch zahlen.

Beat-Frickler Flo kommt schließlich doch zur Demokraten-Versammlung. Er ist Mieter des Tacheles e.V. Im Kunsthaus Tacheles bekämpfen sich zwei unversöhnliche Parteien, meint er. Der Konflikt müsse auf höchster Ebene geklärt werden. Er könne keine Wasserliefer-Vereinbarung mit Eben treffen ohne sich in dem Konflikt zu positionieren. Doch langsam, aber sicher bewegt sich etwas: Er und einige andere Künstler wollen schließlich doch eine Vereinbarung mit Eben treffen.

Der Fotokünstler Petrov Ahner, der die »Save the Tacheles«-Kampagne mit tausenden von Teilnehmern weltweit initiiert hat, setzt auf dem Kunsthaus-Portal auf Facebook hingegen auf Konfrontation: Mit dem irren Ballermann-Gastronom Ludwig Eben könne man nicht verhandeln. Für e.V.-Vorstand Martin Reiter ist es ohnehin ausgemachte Sache: Trotz Strategiewechsel der Gegenseite lehnt er alle Gespräche ab und fordert im gleichen Atemzug 418.000 € Mietnachzahlungen. Keine Verhandlungen mit der Café-Mafia, mit Verbrechern, Betrügern, Dieben und Verrätern, bezahlten Handlangern der Banken heißt es vom Verein. Lieber sitzt man auf dem Trockenen. Trotz vorsichtiger Angebote der Gruppe Tacheles, sich in einem offenen Gespräch, notfalls unter Einsatz von Vermittlern, vielleicht doch noch irgendwie einig zu werden. Auch über das Geld. Aber dafür müsste Reiter sich von der Macht lösen.

Martin Reiter herrscht heute gemeinsam mit seiner Partnerin Ragna Strohauer und Pressesprecherin Linda Cerna über ein bröckelndes Reich. Mitgliederversammlungen finden kaum noch, die früher jährlichen Vorstandswahlen gar nicht mehr statt – sie scheitern seit Jahren an gegenseitiger Blockade der Gruppen im Haus. Der Mietvertrag des Tacheles-Vereins ist abgelaufen und die vom Gläubiger HSH Nordbank eingesetzte Zwangsverwaltung hat ihre Räumungsklage gegen den Verein gewonnen und diesen in die Insolvenz geklagt.

Seit zwei Jahren: Räumungsversuche und Schikanen. Doch Untergang war beim Tacheles schon oft. Noch können wir es schaffen, meinen viele der Künstler. Also schreibt Martin Reiter Petitionen, sammelt Unterschriften, führt Interviews. Und Ludwig Eben weist per Rechtsgutachten nach, dass der Tacheles-Verkauf in den Neunzigern von der öffentlichen Hand für nichtig erklärt werden muss. Das Grundstück fiele dann an den Bund zurück. Das ging im Spätsommer durch die Presse und beschäftigt Ausschüsse.

Im Herbst brennen nachts auf der Freifläche Feuer. Musik ist in der Luft. Der Pyrofessor gibt seine Feuershow. Im Zapata läuft Cumbia Rockers. Schwitzende, schreiende Fans. Nebenan Hiphop-Battle. Im Haus kriecht eine halbnackte Frau als Teil einer Performance auf dem Boden. Ausstellungseröffnung, Weihrauchduft in der Luft. Es wird gefilmt und geknipst.

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.Insolvenzverfahren Tacheles e.V. Die Termine. DO 02. DEZEMBER 2010

Name des Schuldners: TACHELES e.V.

Amtsgericht Charlottenburg
Amtsgerichtsplatz 1
14057 Berlin

Aktenzeichen: 36t IN 5713/09

Status des Verfahrens: Insolvenzverfahren

Termine: Datum der Eröffnung: 02.08.2010
Berichtstermin (§ 156 InsO): 08.10.2010
Anmeldefrist (§§ 28 Abs. 1, 177 InsO): 10.11.2010
Prüfungstermin (§ 176 InsO): 07.01.2011

Bitte beachten Sie, dass diese Angaben unverbindlich sind. Maßgeblich sind die gerichtlichen Bekanntmachungen. Die öffentliche Bekanntmachung erfolgt unter anderem über Anzeigen auf http://www.insolvenzbekanntmachungen.de. Dort sind die Beschlüsse im Wortlaut abrufbar. Beschlüsse und Bekanntmachungen des Insolvenzgerichts bedürfen regelmäßig keiner besonderen Zustellung (§ 9 Abs. 3 InsO).

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.Stellungnahme der Gruppe Ballermann zum Ernst der Kunst im Tacheles DO 02. DEZEMBER 2010

Original:

[Quellen: Facebook]

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Sensation: It´s raining Reiters –
Sitzt Tacheles e.V. doch nicht auf dem Trockenen?
DI 09. NOVEMBER 2010

Anfang Okt. hatte der e.V.-Insolvenzverwalter die Wasserversorgung bei der Gruppe Tacheles gekündigt, die für die Kosten aufkommt. Zum Ärger von e.V.-Chef Martin Reiter, der die Entscheidung des Verwalters tatenlos hinnehmen musste. Verhandlungsangebote der Gruppe wies er zurück und reagierte mit Boykottaufrufen. Jetzt folgt endlich konstruktives Handeln: Die hauseigene Regenwasseranlage ist laut Aussagen aus dem e.V.-Umfeld in Betrieb. Also viel Lärm um nichts? Die Gruppe Tacheles, die gemeinsam mit Pro Tacheles ein Demokratie- und Reformbündnis gebildet hat, bleibt offen für Gespräche.

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Martin Reiter immer schriller –
Tacheles e.V. Chef fabuliert von Napalm-Einsätzen
DI 09. NOVEMBER 2010

Im aktuellen Tacheles-Programm vergleicht e.V.-Chef Reiter den Polizeieinsatz gegen S21-Gegner mit Gräueltaten von Stasi, Hitler und SS. Die Bundesrepublik bezeichnet er als „Prügel-, Gewalt- und Unrechtsstaat“ und fabuliert von baldigen Napalm-Einsätzen gegen Demonstranten und der Herstellung von Lampenschirmen aus der Haut Arbeitsloser. Die Politik spiele ein „perfides Theaterstück“, um von der „Diktatur des Marktes“ abzulenken, „egal ob Gelb, Grün oder Lila“.

Dabei wird Reiter zunehmend selbst kritisiert für seine Mini-Diktatur im Tacheles, der er mit zahllosen polizeilichen Räumungsversuchen und Gerichtsprozessen versucht hat Geltung zu verschaffen. Bei aller berechtigten Kritik an den Polizei-Einsätzen gegen S21-Gegner: Martin Reiters paranoide Opferfantasmen haben das Kunsthaus Tacheles in den wirtschaftlichen und kulturellen Ruin geführt. Jetzt muss er endlich zurücktreten.

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Stunde der Wahrheit für Tacheles-Künstler: Durstig mit Reiter oder flüssig dank Demokratisierung
FR 05. NOVEMBER 2010

Um Reformgespräche im Tacheles herbeizuführen, fließt seit kurzem kein Wasser mehr für den von Martin Reiter autokratisch geführten Tacheles e.V. , dessen Spaltungsstrategie dem Haus schweren Schaden zugefügt hat.  Jetzt melden sich endlich die Künstler aus dem e.V.-Flügel des Hauses zu Wort: Wir wollen eine friedliche Lösung. Aber damit positionieren wir uns in einem Streit, mit dem wir nichts zu tun haben wollen, und werden von Martin als Verräter betrachtet. Wir wollen Kunst machen, keine Politik. Kunst: Darum geht es im Tacheles. Martin Reiter muss endlich zurücktreten.

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Freitag mal wieder Räumung im Tacheles
Diesmal: KINO HIGHEND 54 | MORGENS 7:30
DO 04. NOVEMBER 2010

Deutschlands korrupteste Bank, HSH Nord, hat einen Konkurrenzvorteil gegenüber anderen Landesbanken: Sie haben Deutschlands korrupteste Anwälte gefunden, um das Tacheles zu räumen. Die Tacheles-Zwangsverwalter Titz & Tötter wollen nach drei erfolglosen Räumungsversuchen dieses Jahr und der gerade erst gescheiterten Räumungsklage gegens Biotop am Freitag, 5.11., das Tacheles-Kino HighEnd55 räumen.

Mit ihren bisherigen – erfolglosen – Klagen und Räumungsversuchen haben die Erfolgsanwälte schon 70000€ in die eigene Kasse gespült und den Tacheles Trägerverein in die Insolvenz getrieben. Für die Freifläche hinter dem Tacheles setzen sie 35€ Nutzungsentschädigung pro qm und Monat an – es sollen 84000€ gezahlt werden – für das Gebäude selbst hatte man noch großteils 2€ angesetzt.

Termine:

Fr. 05.11. | 7:30 | Räumung des Kinos HighEnd54

Februar 2011 | Räumungsklage Freifläche

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Wasserstopp für Tacheles Demokratisierung
Keine weitere Unterstützung für e.V.-Vorstand Martin Reiter
DO 04. NOVEMBER 2010

Tacheles e.V. Vorstand Martin Reiter hat den Trägerverein des Kunsthaus Tacheles durch seine Spaltungspolitik schwer geschädigt und zu einer autokratischen One-Man-Show verkommen lassen. Persönliche Antipathien werden von ihm seit über acht Jahren auf dem Rechtsweg und durch Missbrauch der Presseabteilung des Tacheles für Hetzkampagnen verfolgt. Die Insolvenz und erfolgreiche Räumungsklage gegen den Tacheles e.V. sind eine direkte Folge dieser Politik.

Daher hat sich mit Pro Tacheles und Gruppe Tacheles ein Demokratisierungsbündnis gebildet, das von der Mehrheit der rund 100 Tachelesen unterstützt wird. Um nach unseren unzähligen Verhandlungsangeboten endlich die notwendigen Reformprozesse im Haus loszutreten, wird die Wasserversorgung für den Tacheles e.V. eingestellt.

Hier die Fakten:

1.   Der Wasserverbrauch des Tacheles e.V. – rund 20000€ pro Jahr – wird seit 2008 von uns finanziert, was – auch angesichts permanenter öffentlicher Diffamierung durch den e.V. – alles andere als selbstverständlich ist.

2.  Der Insolvenzverwalter des Tacheles e.V., Voigt-Salus, hat die Wasserversorgung zum Oktober 2010 gekündigt. Das heißt: Der e.V. WILL offiziell kein Wasser mehr von uns beziehen.

3.  Angesicht der Höhe der Wasserrechnung, die weit über dem der wasserintensiven Gastronomie liegt, drängt sich der Verdacht auf, dass der e.V. als Teil seiner Spaltungsstrategie absichtlich Wasser verschwendet. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Künstler vom e.V. erneut als Faustpfand missbraucht werden.

4.  Der e.V. vereinnahmt jeden Monat rund 10000€ Mieten von Künstlern und Veranstaltern in einem besetzten, mietfreien Haus. Wo ist das Geld hin? Warum wird es nicht zur Zahlung des Wassers verwendet?

Diese Probleme können und müssen jetzt endlich gemeinsam gelöst werden. Wer Wasser will, muss nur mit uns reden. Wer Demokratie und Reformen will, muss sich nur in der Gruppe engagieren oder eine eigene Gruppe bilden und mit anderen ins Gespräch kommen. Es ist Zeit für Kommunikation. Es ist Zeit für Veränderung. Es ist Zeit für die Einsicht, dass wir alle gemeinsam das Kunsthaus Tacheles sind und nicht bloß Martin Reiter und sein insolventer Rumpfverein.

Dann fließt auch wieder das Wasser.

Nächstes Treffen der Demokraten: Freitag 5.11.2010 um 14 Uhr im Studio54.

www.tacheles.info

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