B.Z. strikes back: Tacheles als Shopping Mall -
Seid ihr eigentlich noch ganz bei Trost?
SO 27. FEBRUAR 2011

Harald Huth hat BWL studiert. Jetzt setzt sich die B.Z. für den Geschäftsführer der H.F.S. Hypo, einer Tochter der Bayrischen Hypovereinsbank und einer der größten Fondsdealer Deutschlands, als Tacheles-Käufer ein: “Als kleiner Junge liebte er es, auf Baustellen herumzutoben”. Heute tobt er sich als potenter Player aus: „Auf 17.000 Quadratmetern planen wir Einzelhandelsflächen, auf 50000 Quadratmetern Wohnungen und Büroräume.“

Die Hypovereinsbank hat u.a. wegen des “größten Bilanzskandals der deutschen Nachkriegsgeschichte” (“Die Zeit”) Schlagzeilen gemacht und gehört seit 2005 zur italienischen Unicredit Group, einer der größten europäischen Banken, die vor allem in Osteuropa Banken eingekauft hat und nach eigenen Angaben über 40 Millionen Kunden betreut. Huths H.F.S. ihrerseits ist nicht nur für Großprojekte des Kontrollkapitalismus wie die Neuköllner Gropius-Passagen, sondern auch wegen Anleger-Betrugs mit irreführenden Renditeangaben einschlägig bekannt. Wegen ihres “Potsdam Centers” drohte gar die Unesco, der Stadt Potsdam den Status als “Weltkulturerbe” abzuerkennen. Jetzt beschäftigt sich Huths Team, laut B.Z., ähnlich intensiv mit dem Tacheles.

Derweil setzt sich der Bund der Steuerzahler für die Rückabwicklung des Tacheles-Verkaufs von 1998 ein. Investor Fundus, ebenfalls Fondsdealer, hat die Frist zur Baurealisierung verletzt. Dann platzen feuchte Investmentträume und das Gelände fällt an den Bund zurück.

Kultur mit Christbaum: Gropiuspassagen

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