Martin Reiter für den Staat DI 01. FEBRUAR 2011

In seinem Beitrag “Weiterführendes Brauchtum” auf kritikdesign.blogspot.com nennt Tacheles e.V. Chef Martin Reiter drei mögliche Szenarien für die zukünftige Entwicklung des Tacheles und fordert erneut den Kauf des Tacheles durch den Senat.

Szenario 1: “Ein Investor kauft die 25 000 m² am Tacheles und entwickelt ein Bauprojekt”. Dies sei jedoch sinnvoll nur möglich “unter Einbeziehung der Künstler des Tacheles”. “Würde “gegen” das Kunsthaus eine Projektentwicklung durchgeprügelt, ist mit unangemessenen Kosten, politischen Konflikten und medialen Verwerfungen zu rechnen”.

Das zweite Szenario “Die Bank ersteigert selbst” bezeichnet Reiter als “unverfroren”.

Als drittes Szenario fordert er “echtes Public Private Partnership” und bringt erneut “den Rückkauf der Immobilie durch das Land Berlin” ins Spiel, die die Politik nach wie vor ablehnt. Die Vorteile seien enorm, so Reiter: “Berlin investiert in sich selbst und entwickelt schrittweise ein Kunstquartier, das es so noch nicht gibt in der Welt. Investoren können partizipieren, aber unter direkter Federführung der öffentlichen Hand. (…) Die Berliner entscheiden mit, das Kunsthaus Tacheles wird von einer öffentlich rechtlichen Stiftung übernommen und weiterentwickelt”.

Die Schuldenkrise habe klar bewiesen, dass der private Sektor deutlich schlechter als die öffentliche Verwaltung arbeite. “Es wird Zeit, dass die Politik wieder an die Arbeit geht, gestaltet und verwaltet, Interessen ausgleichend wirkt und Demokratie verwirklicht, die Zeiten als Handlanger eines wild gewordenen Zombiekapitalismus sind vorbei”.

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