Das Auto fährt, die Woche ist schon komplett verplant und man sieht die Plakette ja eh nur, wenn man genau hinsieht – so denken viele deutsche Autofahrer. Den Termin beim TÜV schiebt man gerne vor sich her. Doch plötzlich ist der Monat schon fast vergangen und man macht sich Stress.
Mit der Hauptuntersuchung (HU) sollte man nicht bis zum Monatsende warten. Eventuell ist kein Termin mehr frei, der in den persönlichen Zeitplan passt, oder nötige Reparaturen am Fahrzeug lassen sich einfach nicht mehr rechtzeitig stemmen.
Die Plakette sagt mehr, als viele denken
Die HU-Plakette am hinteren Kennzeichen zeigt Monat und Jahr der nächsten Untersuchung. Die Zahl in der Mitte steht für das Jahr und die oben stehende für den Monat. Mehr muss man für den Alltag an sich gar nicht wissen. Doch dieser einfache Blick auf das Kennzeichen wird oft vergessen oder schlichtweg verdrängt.
Der Pkw-Bestand in Deutschland lag zu Jahresbeginn 2026 bei rund 49,5 Millionen Fahrzeugen und laut offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 593 Pkw je 1.000 Einwohner registriert. Das sind so viele Autos auf der Straße wie nie zuvor, was gleichzeitig eine sehr hohe Prüftermin-Anfrage mit sich bringt.
Wenn viele Autofahrer zur selben Zeit reagieren, wird es häufig ganz besonders knapp: Ferien, lange Wochenenden und Monatswechsel sorgen immer wieder schnell für volle Kalender in den Prüfstellen. Wer bereits ein paar Wochen vor der Fälligkeit bucht, hat mehr Auswahl und gleichzeitig weniger Druck.
Die Buchung im Netz ist keine große Sache
Ein Termin lässt sich heute ohne lange Telefonate ausmachen. Auf der Terminseite von TÜV SÜD kann man zum Beispiel ein Service-Center auswählen, das in der Nähe liegt. Danach entscheidet man sich für den passenden Termin, gibt den Ort ein, wählt die Leistung, legt die Uhrzeit fest und trägt alle erforderlichen Daten ein.
Hier ist nicht der Klick selbst der größte Vorteil, sondern die Planbarkeit der Untersuchung.
Falls der Wagen täglich gebraucht wird, passt vielleicht ein Termin am frühen Morgen. Der Arbeitsplatz liegt in der Nähe eines Prüfstandorts? Dann kann man sich den Termin einfach in die Mittagspause legen. Und wenn die Familie mehrere Autos besitzt, lohnt sich der Blick auf den Kalender erst recht.
Online buchen heißt aber nicht, dass man unvorbereitet zur HU fahren kann. Der Termin steht so zwar schneller, aber das Fahrzeug muss trotzdem bereit für die Prüfung sein.
Einige Dinge lassen sich auch ohne Werkstatt prüfen
Der kurze Kontrollgang um den eigenen Pkw ersetzt zwar nicht die technische Kontrolle, kann aber ärgerlichen Kleinigkeiten vorbeugen. Kaputte Bremslichter, schlechte Wischerblätter oder ein fehlender Verbandkasten – sowas sollte nicht erst am Prüfplatz auffallen.
Darum ist ein kurzer Rundgang immer sinnvoll:
- Abblendlicht, Bremslicht, Blinker und Kennzeichenleuchte testen
- Warnweste, Warndreieck und Verbandkasten prüfen
- Reifenprofil und Reifendruck ansehen
- Scheibenwischer und Waschanlage ausprobieren
- dauerhafte Warnlampen im Cockpit ernst nehmen
- Spiegel, Kennzeichen und Scheiben kontrollieren
- sichtbaren Ölverlust nicht ignorieren
- Unterlagen für Felgen, Fahrwerk oder andere Umbauten bereitlegen
All das dauert im Normalfall keine zehn Minuten. Ist das Fahrzeug älter, kann zusätzlich ein kurzer Werkstattblick sinnvoll sein. Kratzer im Lack interessieren bei der Hauptuntersuchung nicht. Sicherheitsrelevante Mängel schon.
Mehr als jedes fünfte Auto fällt durch
Laut TÜV-Report 2026 bekam mehr als jeder fünfte geprüfte Pkw wegen erheblicher oder gefährlicher Mängel zunächst keine Plakette. Grundlage waren rund 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen aus dem Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025.
Diese Zahl sollte niemanden panisch machen, zeigt aber, warum späte Termine unpraktisch sind.
Bei geringen Mängeln kann man trotzdem eine Plakette erhalten, aber die Punkte müssen anschließend behoben werden. Sollten erhebliche Mängel vorliegen, erhält man keine neue Plakette. Dann folgt Reparatur und die Nachprüfung.
Und genau hier entsteht dann der Stress: Der HU-Termin liegt am Monatsende, die Werkstatt hat erst später Zeit, die Nachprüfung muss auch noch erledigt werden.
Ein früher Termin nimmt diesem Ablauf den Schrecken.
Wer den Termin deutlich überzieht, macht es sich nicht leichter
Private Pkw müssen in der Regel nach 36 Monaten erstmals zur Hauptuntersuchung. Danach folgt der Termin meist alle 24 Monate. Die StVZO regelt außerdem, dass die Beseitigung festgestellter Mängel unverzüglich erfolgen soll und das Fahrzeug spätestens innerhalb eines Monats zur Nachprüfung vorgeführt werden muss.
Wer den Termin schleifen lässt, macht sich unnötig das Leben schwer, denn neben möglichem Ärger bei polizeilichen Kontrollen kann bei längerer Überschreitung auch eine vertiefte Prüfung anstehen.
Der beste Weg bleibt darum simpel: Plakette lesen, den Termin rechtzeitig buchen und das Auto kurz selbst prüfen. Auch ein Kalendereintrag direkt nach der neuen Plakette hilft. Wer den nächsten Monat sofort notiert, denkt nicht erst beim Waschen oder Tanken daran. So bleibt genug Zeit für Terminwahl, kleine Reparaturen und Unterlagen, ohne dass aus Pflicht plötzlich Zeitdruck wird.
Die Buchung eines TÜV-Termins ist nicht schwierig. Erst, wenn man ihn ignoriert, kommen die echten Schwierigkeiten dazu.
Wenn die HU rechtzeitig eingeplant wird, bleibt sie ein überschaubarer Pflichttermin ohne viel Hektik, Sucherei und ohne das ungute Gefühl, wieder einmal zu spät dran zu sein.